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Innerschweizer bringen Kletterfelsen ins Unterland

Zwei Berufskletterer wollen in Bassersdorfer eine Boulder-Anlage realisieren. Bis zur Eröffnung der Kletterhalle warten aber noch Berge von Arbeit.

Von Christian Wüthrich Bassersdorf – Die Wände hochgehen war einst ihr Hobby, jetzt ist es ihr Beruf: Florian Roth und Alejandro Miquel leben von ihrer Leidenschaft – aber nicht als Werbeträger oder Kletterstars. «Wir arbeiten als Industriekletterer», sagt Roth, der gelernter Augenoptiker ist. Als Auftragskletterer arbeitet er am Seil hängend in der Höhe, über Autobahnen – etwa am Gotthard –, wo er gefährliche Felswände sichert. Seine Zunft bringt auch Installationen an Hochhäusern an und reinigt an unzugänglichen Orten Fassaden oder Fenster. «Wir durften einmal am gewellten Kunstzentrum Paul Klee bei Bern die Fenster reinigen», erzählt Roth, der sprachgewandtere der beiden Kletterer. Er stammt aus Deutschland, während Miquel gebürtiger Chilene ist und mit der deutschen Sprache noch mehr Mühe hat als mit schroffen Wänden und überhängenden Felsen. Klettern ohne Seil in Bassersdorf Jetzt haben die beiden Freunde, die momentan noch in der Zentralschweiz leben, das Zürcher Unterland als neues Betätigungsfeld entdeckt. Gerade hier, wo die Berge bestenfalls abends am Horizont leuchten, wollen Roth und Miquel ein Kletterparadies schaffen. In einer 900 Quadratmeter grossen Industriehalle sollen in Bassersdorf bald schon Wände und Grotten in allen Schwierigkeitsgraden zum Klettern ohne Seil animieren – dem sogenannten Bouldern. Meistens bewegt sich ein Sportler dabei nicht viel höher als vier Meter über den Matten, die zur Sicherheit überall am Boden ausgelegt sein werden. «Wir planen die zweitgrösste Boulderhalle der Schweiz», so Roth. Nur in Basel gebe es noch eine grössere Anlage. Ein Blick ins Handelsregister zeigt: Allein für die Firmengründung ihrer A&F Climbing AG mit dem Eintrag ins Handelsregister legten die beiden 300?000 Franken zusammen. «Wir machen das nicht allein und haben weitere Geldgeber, die hinter uns stehen», sagt der 36-jährige Roth. Sie können auf die Unterstützung einer regionalen Bank zählen. Eine Halle zu finden, die ihren Vorstellungen entsprach, war hingegen schwieriger. «Bei uns in der Innerschweiz haben wir lange nach einer Lagerhalle gesucht, aber so etwas gibt es dort offenbar nicht», sagt Roth. In Bassersdorf stand ein grosser Erdgeschoss-Lagerraum gegenüber des Tenniscenters Grindel leer. Dort soll nach dem Wunsch der beiden wieder Betrieb einkehren – ihr Betrieb. Zusätzlich zum Kletterangebot wollen Roth und Miquel auch Yoga, Sauna, eine Fitnessecke und Massagen anbieten. Eine Cafeteria mit Bar und ein Shop für Ausrüstung sind ebenfalls eingeplant. Ein Nachbar hat sich über die Ausbaupläne informiert, um sich so eine spätere Rekursmöglichkeit offenzuhalten. Bis zum 1.?Oktober sollen aber alle Hindernisse überwunden sein. Dann ist zumindest die Eröffnung der Halle geplant. Florian Roth (oben) und Alejandro Miquel wollen hoch hinaus. Foto: Christian Wüthrich

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