Jeton G. wird der Prozess gemacht

Heute Freitag steht Jeton G. vor dem Obergericht. Nicht wegen des Tötungsdeliktes in Zürich-Affoltern, sondern wegen früherer Schlägereien und Diebstähle.

Ein Opfer von Jeton G.: Der in Affoltern erschossene Kampfsportler kurz nach der Tat. Bild: Leserfoto

Ein Opfer von Jeton G.: Der in Affoltern erschossene Kampfsportler kurz nach der Tat. Bild: Leserfoto

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der heute 31-jährige Jeton G., ein Schweizer Automechaniker mit kosovarischen Wurzeln, geriet wegen des sogenannten Türsteher-Mordes in die Schlagzeilen. Am frühen Morgen des 1. März 2015 wurde ein 30-jähriger Mann aus Montenegro auf der Wehntalerstrasse in Zürich-Affoltern erschossen aufgefunden. Das Opfer war Kampfsportler und Türsteher im Club Mascotte gewesen.

Wenige Tage nach der Schiesserei verhaftete die Polizei drei Tatverdächtige, darunter war auch der Beschuldigte. Jeton G. und das spätere Opfer sollen sich bereits vor der Tat Auseinandersetzungen geliefert haben. Unter anderem hatten sie auf Facebook Drohungen gegeneinander ausgesprochen.

Jeton G., der zweifache Familienvater aus Regensdorf, sitzt seitdem wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Seine beiden Komplizen sind in der Zwischenzeit wieder aus dem Gefängnis entlassen worden. Dies deutet darauf hin, dass Jeton G. als Hauptverantwortlicher der Schiesserei an der Wehntalerstrasse betrachtet wird. Wann es zur Anklage kommt, ist noch offen. Das Verfahren gegen ihn läuft unter dem Titel vorsätzliche Tötung.

Laut «Blick» von heute ist Jeton G. geständig: «Ich habe abgedrückt.» Laut seinem Anwalt Valentin Landmann handelt es sich um vermeintliche Notwehr, sei Mandant sei in totaler Panik gewesen, als er und das spätere Opfer sich auf der Wehntalerstrasse mit weiteren Kollegen getroffen haben.

Prozess wegen zweier brutaler Schlägereien

Heute Freitag wird nun Jeton G. vor dem Obergericht der Prozess in einem anderen Fall gemacht. Dem mehrfach vorbestraften Automechaniker wird vorgeworfen, in zwei brutale Schlägereien involviert gewesen sein, unter anderem im Januar 2012 vor dem Zürcher Club Q. Dabei wurde einem Opfer eine Flasche über den Kopf geschlagen, andere Beteiligte erlitten unter anderem einen Nasenbeinbruch und brachen sich mehrere Zähne ab. Weiter werden Jeton G. mehrere Diebstähle und ein Wohnungseinbruch vorgeworfen.

Vor dem Bezirksgericht Zürich erhielt er dafür im Dezember 2014 eine Freiheitsstrafe von vier Jahren. Dagegen legte er Berufung ein, deshalb befasst sich das Obergericht mit dem Fall. Weil er den Fall weitergezogen hatte, befand sich Jeton G. zum Zeitpunkt der tödlichen Schiesserei in Zürich-Affoltern nicht im Gefängnis.

Sozialhilfe und Einbürgerung

Jeton G. geriet zudem in die Schlagzeilen, weil er jahrelang Sozialhilfe bezogen hatte und nebenher illegalen Tätigkeiten nachgegangen war, unter anderem gewerbsmässigem Hanfanbau. Eine Untersuchung der Zürcher Sicherheitsdirektion ergab jedoch, dass er und seine Familie in Regensdorf zu Recht Sozialhilfe bezogen hatten.

Auch bei der Erteilung des Schweizer Bürgerrechts war den Behörden kein Fehler unterlaufen. Zwar war Jeton G. bereits als Jugendlicher straffällig geworden, dabei ging es um Raub, Diebstähle und Drohungen. Doch Einträge im Strafregister sind für Gemeinden erst seit dem Jahr 2008 einsehbar. Jeton G. war im Alter von 16 Jahren zusammen mit der Familie in der Stadt Zürich eingebürgert worden.

Erstellt: 23.10.2015, 07:55 Uhr

Artikel zum Thema

Affoltern: Verdächtiger bezog Sozialhilfe und fuhr Jaguar

Jeton G. wird als Schütze im Tötungsdelikt von Zürich-Affoltern verdächtigt. Jetzt werden Details aus seinem Leben bekannt: Sein Einkommen besserte er mit einer lukrativen und illegalen Tätigkeit auf. Mehr...

Artikel zum Thema

Junger Mann auf offener Strasse mit vier Schüssen getötet

Ein 30-jähriger Mann aus Montenegro ist in Zürich-Affoltern erschossen worden. Gemäss einem Bericht könnte es sich um eine Abrechnung unter Kampfsportlern handeln. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Traumpisten und Bilderbuchdörfer

In dem Bündner Hochtal können Feriengäste in der Nationalparkregion des Schweizerischen Nationalparks in eine intakte Welt eintauchen.

Blogs

Sweet Home So wird Ihr Alltag eleganter

Von Kopf bis Fuss Weg mit den Augenringen!

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt in Bildern

Kunst-Blumen: Zum Valentinstag schenkt Banksy der Stadt Bristol eine neues Werk. Das Blumen werfende Mädchen schmückt eine Wand im Stadtteil Barton Hill. (14. Februar 2020)
(Bild: Finnbarr Webster) Mehr...