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Jugend-WG des Samowar muss schliessen

Die Jugendberatungsstelle Samowar betreibt in einer Villa in Meilen eine Wohngemeinschaft. Doch damit ist Schluss: Grundstück und Villa sind verkauft worden.

Von Jacqueline Surer Meilen – Ein WG-Zimmer in einer Villa mit Seeblick und Garten für 250 bis 350 Franken im Monat. Dass es ein solches Angebot an der Goldküste gibt, ist kaum zu glauben. Doch das Haus existiert tatsächlich: Seit 1986 betreibt die Jugendberatungsstelle Samowar in einer Villa an der Pfannenstielstrasse 220 in Meilen eine Jugendwohnung. Jeweils sechs Frauen und Männer zwischen 18 und 25 Jahren, die im Bezirk leben und in Ausbildung sind, teilen sich das Haus als Wohngemeinschaft. Die WG organisiert sich selbstständig und wird lose vom Samowar begleitet. Die Tage der Wohngemeinschaft sind nun aber gezählt. Der Kanton, dem das alte Haus und das angrenzende knapp 9000 Quadratmeter grosse Grundstück gehört, hat das Land an die Küsnachter Immobilienfirma Noldin AG verkauft. Diese plant, auf dem Grundstück eine Überbauung zu realisieren. Details dazu gibt es noch keine (siehe Text oben). Sicher ist aber, dass die Baufirma die Villa stehen lassen und einer Luxussanierung unterziehen will. Obwohl man im Samowar schon immer wusste, dass dieser Tag früher oder später kommen würde, ist das Bedauern über das baldige Ende der Jugend-WG gross. «Wir werden in der Region keinen gleichwertigen Ersatz finden», sagt der zuständige Mitarbeiter Olivier Andermatt. Trotzdem ist man dem Kanton dankbar, dass er den Betrieb der WG über so viele Jahre möglich gemacht hat. «Die Mietkonditionen waren unschlagbar», erklärt Andermatt, «aber es war von Anfang an klar, dass es sich dabei nur um ein Provisorium handelt.» Da sich das Haus in einem sehr schlechten baulichen Zustand befindet, war der Kanton zunehmend unter Druck geraten, eine Lösung für die Villa zu finden. Seit der Samowar das Haus vor 25 Jahren übernommen hat, sind daran keine Renovationsarbeiten mehr durchgeführt worden. Die Villa sei zwar luxuriös gelegen, sagt Olivier Andermatt. «Aber im Innern des Hauses mussten die Bewohnerinnen und Bewohner in den letzten Jahren in Sachen Komfort viele Abstriche machen.» Schwierige Suche nach Ersatz Bis die Villa an der Pfannenstielstrasse saniert wird, dürfte es noch ein gutes Jahr dauern. Diese Zeit will der Samowar nutzen, um einen Ersatz für die Meilemer Villa zu suchen. Ziel sei es, ein bis zwei Wohnobjekte in der Region zu finden, die man an junge Erwachsene vermieten könne, sagt Andermatt. Möglicherweise sei der Samowar dann auch in der Lage, einigen der jetzigen Bewohnerinnen und Bewohner der Pfannenstiel-WG ein neues Angebot zu machen. Die Lage der Meilemer Villa ist luxuriös. Die Bewohner müssen beim Komfort aber viele Abstriche machen. Foto: Sabine Rock

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