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Juso werfen zum Protest mit Geldscheinen

Am Donnerstagmittag verteilten Juso-Mitglieder auf dem Paradeplatz Geldscheine, um für ihre Entlastungsinitiative zu werben. Die meisten waren falsch, einige waren echt.

Daniel Pfeifer
Die Juso werfen echte und falsche 10-Franken-Scheine vom Dach des Kiosks am Paradeplatz.

«Hol dir dein Geld zurück!» lautete der Slogan für die Guerilla-Aktion, mit der die Juso am Donnerstagmittag Passanten auf dem Paradeplatz zum Staunen brachten. Um 12 Minuten nach 12 Uhr stiegen drei Parteimitglieder mithilfe einer Leiter auf das Dach des Kiosks und warfen fahnenschwenkend aus vollen Armen Hunderte 10-Franken-Attrappen auf den vielbefahrenen Tramplatz.

Erst als einer der Organisatoren, Timothy Oesch, durch ein Megafon die Passanten informierte, dass unter den vielen Fake-Zehnern auch 50 echte waren, wurde das Treiben plötzlich geschäftig. In kürzester Zeit waren alle echten Scheine aufgesammelt. Für die Juso ein Erfolg – denn auch viele der falschen Scheine kamen unter die Leute. Auf der Rückseite stehen Werbeinfos für die Entlastungsinitiative der Jungsozialisten.

«Geld von den Reichen zurückholen»

Auf diese Initiative aufmerksam zu machen, sei der Grund der Aktion gewesen, sagte Leonie Traber, nachdem sie vom Dach wieder herabgestiegen war. «Wir haben es hier auf dem Paradeplatz gemacht als Symbol, dass wir uns das Geld von den Reichsten zurückholen wollen», erklärt sie. Der Standort war also ein gezielter Ausdruck des Protests. Die Summe der 500 echten Franken war genauso wenig zufällig: So hoch solle die durchschnittliche Entlastung derjenigen Bevölkerung sein, die nicht zu den «oberen 10 Prozent» gehöre.

Am 9. Februar soll das Stimmvolk entscheiden, ob es die Entlastungsinitiative möchte. Durch eine Veränderung der Steuerprogression zulasten von Höchstverdienern sollen 90 Prozent der Bevölkerung entlastet werden. Dies sei nur fair, nachdem jahrelang die Grossaktionäre und Millionäre entlastet worden seien, argumentieren die Juso.

Starke Gegner der Initiative

Die Juso wollten mit ihrer Aktion möglichst viele Leute überzeugen, Anfang Februar Ja zu stimmen. Sie hoffen auf eine Mobilisierung der Menschen. «Wir haben halt starke Gegner», sagt Timothy Oesch. Doch es sei bereits ein Erfolg, die Bevölkerung wieder für das Thema zu sensibilisieren. Die Reaktionen des unfreiwillig beglückten Publikums reichten von «Coole Aktion» bis «Na, wenn die sonst nichts zu tun haben».

Die SP hingegen sei auch skeptisch gegenüber der Juso-Aktion gewesen, erinnert sich Timothy Oesch zurück, «aber sie sagten uns dann nur: ‹Ihr habt auch schon dümmere Ideen gehabt›». Und immerhin räumten die jungen Aktivisten alle übrigen Scheine wieder fein säuberlich weg. Weniger als eine Stunde später deutete am Paradeplatz nichts mehr auf die Guerilla-Aktion hin.

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