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Kampf gegen die Höhenmeter und sich selbst

Der Inferno-Triathlon von Thun aufs Schilthorn ist für Alexander Moser ein Abenteuer. Der Klotener hat zum sechsten Mal teilgenommen und einen persönlichen Rekord aufgestellt.

Triathlon. - 3,1 Kilometer Schwimmen, 97 Kilometer mit 2145 Metern Steigung auf dem Rennrad, 30 Kilometer mit 1180 Metern Steigung auf dem Mountainbike und als Abschluss ein 25 Kilometer langer Berglauf mit einem Höhenunterschied von 2175 Metern: Der Inferno- Triathlon von Thun auf das Schilthorn forderte seinen Teilnehmern alles ab. Alexander Moser hat die Herausforderung angenommen und die Strecke in rund 12 Stunden und 43 Minuten bewältigt, was Rang 184 in der Gesamtrangliste und den 96. Platz in der Alterskategorie 1 bedeutet. «Ich habe eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt», sagt der Klotener erfreut. «Ich war zehn Minuten schneller als beim letzten Mal.» Aber die Zeit sei für ihn nicht so wichtig. Das Erlebnis stehe für ihn im Vordergrund, sagt er. «Man muss einfach darauf achten, die Kontrollzeiten einzuhalten, sonst darf man den nächsten Abschnitt nicht mehr in Angriff nehmen.»

Am Morgen seiner sechsten Teilnahme am Extrem-Triathlon war für Moser um fünf Uhr Tagwache. «Ich konnte bei einem Kollegen übernachten, der in der Nähe wohnt. Das war ideal.» Statt eines grossen Tellers Spaghetti nahm er nur Haferflocken mit Milch zu sich. So früh am Morgen hätte er noch keinen Appetit auf Pasta, und die Flocken machten ihn vier Stunden satt, begründet er. Sein Material hatte der Zürcher Unterländer tags zuvor in die Wechselzonen verteilt.

Bei Sonnenaufgang ins Wasser

Um 6.30 Uhr fiel der Startschuss mit der Schwimmstrecke von Thun nach Oberhofen. «Es war ein spezielles Gefühl, bei Sonnenaufgang ins Wasser zu gehen», erzählt der 40-Jährige. «In der Ferne konnte man das Schilthorn leuchten sehen und hatte das Ziel genau vor Augen.» Zu seiner Überraschung sei er so schnell wie noch nie geschwommen. «Dafür werde ich auf dem Rennrad immer langsamer. Aber wenn sich das ausgleicht, ist mir das egal», meint Moser lachend.

Pausen hat der Klotener unterwegs kaum eingelegt. «Auf der Kleinen Scheidegg, in der Mitte der Bikestrecke, esse ich jeweils zu Mittag, aber nur zehn bis zwölf Minuten.» Auf der Abfahrt nach Lauterbrunnen konnte er sich dann weiter erholen, erzählt er. «Das war aber auch schon anders. Bei meiner ersten Teilnahme hatte ich mir zu viel zugemutet und musste absteigen. Aber daraus habe ich gelernt.» Der Informatiker hat das Rennen bei sechs Teilnahmen bisher nur einmal aufgeben müssen: Damals hatte er nach 19 Kilometern auf der Laufstrecke plötzlich ein Stechen in der Brust verspürt. «Zum Glück war es aber nichts mit dem Herzen, wie sich später herausstellte.»

Glücksgefühl und Befriedigung

Als Alexander Moser am Samstag um 19.13 Uhr auf dem Schilthorn (2970 Meter) ins Ziel lief, wo ihn seine Frau erwartete, erfüllten ihn ein Glücksgefühl und eine grosse Befriedigung. «Für mich ist der Inferno-Triathlon ein Abenteuer und eine schöne Tagesreise in den Bergen», sagt er. «Es ist ein spezielles Gefühl, zu wissen, dass man an seine Grenzen gegangen ist, aber durchgehalten hat.» Unterwegs habe er Kontakte geknüpft und das Rennen geniessen können, obwohl es viel Nebel hatte. Denn während des Laufs auf den Gipfel, der bei den Freizeitsportlern eher einer Wanderung gleichkommt, seien die Teilnehmer sehr gesprächig und tauschten Erfahrungen aus. «Unterwegs habe ich beschlossen, im nächsten Jahr wieder mitzumachen», meint er lachend. Er sei eben sportsüchtig und müsse sich fast täglich bewegen. «Zum Glück hat das meine Frau eingesehen und unterstützt mich.» Ihn begleiten wolle sie aber nicht.

Alexander Moser kämpft sich durch den Nebel aufs Schilthorn.

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