Kantonsräte machen dem Hallenbau Dampf

Mit 2,6 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds kann der Dampfbahnverein die einstige Basler Bahnhofshalle nach Bauma holen.

Stimmen für die Baumer Dampfzüge: Die Masse der Basler Bahnhofshalle.

Stimmen für die Baumer Dampfzüge: Die Masse der Basler Bahnhofshalle. Bild: PD

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Der Dampfbahnverein Zürcher Oberland (DVZO) zog gestern das grosse Los. Das Kantonsparlament hat den Bähnlern 2,6 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds zugesprochen. Damit rückt der Aufbau der einstigen Bahnhofshalle von Basel in Bauma in greifbare Nähe. Trotz der allgemeinen Zustimmung hielten einige Kantonsräte den SBB-Beitrag in der Höhe von 100'000 Franken für zu niedrig. Laut Dieter Enz vom DVZO wird über diesen Beitrag für den Hallenrückbau aber noch verhandelt. Das Geld vom Lotteriefonds gilt als Kostendach, mit dem der DVZO nur die ungedeckten Kosten berappen kann. Falls er mehr Spenden generiert, fliesst weniger Geld aus dem Fonds.

Ein trauriges Dasein –noch

Noch fristet die 150 Jahre alte Halle im Bahnhof von Olten ein trauriges Dasein. Das einstige Prunkstück des Basler Bahnhofs hatte Ludwig Maring, Chefarchitekt der «Schweizerischen Centralbahn», 1860 im damals beliebten Heimatstil mit vielen gusseisernen Zierelementen erbaut. Doch der ersten Bahnhofshalle von Basel waren nur 40 Jahre in ihrer angestammten Heimat vergönnt, dann wurde sie nach Olten verfrachtet und dient heute nur noch als überdachter Holzlagerschuppen im Oltner Industriewerk.

Die SBB-Fachstelle für Denkmalfragen machte den Dampfbahnverein Zürcher Oberland (DVZO), der schon lange auf der Suche war nach einer historischen Einstellhalle für sein Rollmaterial, auf die alte Halle in Olten aufmerksam. Die Oberländer Dampfbahnbetreiber waren begeistert, stimmten doch die Masse der Halle in Länge und Breite genau mit dem bestehenden Projekt in Bauma überein. Im März vor bald zwei Jahren fand ein feierlicher Übergabeakt in der historischen Halle statt.

Finanzieller Kraftakt

Der Rückbau der Halle, verbunden mit der Sanierung der Gusseisenteile und dem Wiederaufbau in Bauma, bedeutet für den DVZO ein finanzieller Kraftakt: Mit 3 Millionen Franken ist dies das grösste je vom Verein realisierte Projekt. Laut DVZO-Sprecher Dieter Enz ist zwar einiges an Spendengeldern eingegangen, dennoch fehlte ein beträchtlicher Betrag.

Den DVZO-Verantwortlichen ist klar, dass der Verein viel Freiwilligenarbeit leisten muss. Für den Rückbau und die Sanierung muss der Dampfbahnverein Fachleute beiziehen. Sie wollen möglichst viel von der alten Substanz restaurieren. Dieter Enz spricht von einem «kulturhistorisch und denkmalpflegerisch einmaligen Projekt». Spätestens 2012 soll die Halle rückgebaut werden. «Optimisten wollen die Halle 2013 in Betrieb nehmen, die Realisten 2014», sagt Enz schmunzelnd. Klar ist, dass man mit Volldampf an die Arbeit geht.

Erstellt: 10.01.2011, 21:31 Uhr

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