Zum Hauptinhalt springen

Keine Lehrer ohne Diplom anstellen

Die Primarschulpflege Uster will trotz Lehrermangels keine Lehrer beschäftigen, die nicht über die nötigen Diplome verfügen.

Von Nicole Roos Uster – An der Ustermer Primarschule dürfen nur Primarlehrer unterrichten, die über die nötigen Fachdiplome verfügen. Ausnahmen macht die Schulpflege nur, wenn das nötige Diplom in absehbarer Zeit erworben werde, heisst es in einer Antwort der Primarschulpflege auf eine parlamentarische Anfrage von Markus Bürki (Grüne). Bürki hatte festgestellt, dass an der Unterstufe bis zu fünf Lehrer eine Klasse unterrichteten, damit alle Fächer abgedeckt seien. Dies, weil die Absolventen der Pädagogischen Hochschule nur noch diejenigen Fächer unterrichten dürfen, in welchen sie auch über ein Fachdiplom verfügen. Darum kann ein Primarlehrer heute nicht mehr alle Fächer unterrichten. Dadurch fehle den Kindern eine Bezugsperson, die häufigen Schulzimmer- und Gebäudewechsel würden Unruhe in die Klasse bringen und die Stundenpläne seien verzettelt, kritisiert Bürki. Er schlägt der Primarschulpflege darum vor, dass auch Lehrer Fächer unterrichten dürfen, in welchen sie über kein Diplom verfügten. In anderen Gemeinden werde dies ebenfalls so gehandhabt. Kantonale Vorgaben einhalten Die Primarschulpflege lehnt dieses Ansinnen jedoch ab. «Bei der Anstellung von Lehrern gilt das kantonale Lehrpersonalgesetz, das zwingend eine Lehrbefähigung für die erteilten Fächer verlangt», schreibt die Primarschulpflege in ihrer Antwort. Diese werde vom kantonalen Volksschulamt überprüft und sichere die Qualität der Volksschule. Wenn eine Lehrperson das nötige Fachdiplom nicht habe, es aber in absehbarer Zeit erwerbe, dann sei auf Antrag beim Volksschulamt eine befristete Sonderbewilligung möglich. Bei Engpässen in einzelnen Fächern suche die Schulpflege zusammen mit der Schulleitung nach Lösungen für die Nachqualifikation von einzelnen Lehrern. Wie Bürki schreibt, werde die Regelung mit den Fachdiplomen auf Sekundarschulstufe nicht so streng angewendet. So würden Primarlehrer ohne entsprechendes Diplom auf Sekundarschulstufe unterrichten. Da der Mangel an Sekundarlehrern grösser sei als der an Primarlehrern, habe das Volksschulamt vermehrt Speziallösungen bewilligt und zusätzliche Ausbildungsprogramme durchgeführt. Die Primarschule hält es zudem für nicht statthaft, dass Schulleiter in Absprache mit der Schulpflege befristet Lehrer ohne Fachdiplom anstellen würden. Dies hatte Bürki in seiner Anfrage angeregt. Mit diesem Vorgehen würde kantonales Recht aufgeweicht. Massnahmen eingeleitet Zudem schreibt die Primarschulpflege, dass das generelle Problem des Lehrermangels nicht von einzelnen Gemeinden oder Schulen gelöst werden könne. Dies sei Sache der kantonalen Bildungsdirektionen. Diese hätten vor den Sommerferien ein gemeinsames Programm vorgestellt, dass die Ausbildung von Quereinsteigern und den Einsatz von Studenten der Pädagogischen Hochschulen als Klassenlehrer vorsehe. Ausserdem sei geplant, dass Lehrer einen attraktiveren Lohn erhielten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch