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Kernzone Oberdorfstrasse ist gescheitert

Das Wädenswiler Stimmvolk sagt Nein zur Kernzone an der Oberdorfstrasse. Die SP will den Abstimmungserfolg für einen Neuanfang im Zentrum nutzen.

Wädenswil. - Mit 53 Prozent Nein haben die Wädenswiler die Kernzone Oberdorfstrasse abgelehnt. 2779 Personen legten ein Nein in die Urne, 2482 ein Ja. Die Stimmbeteiligung betrug 42 Prozent.

Für die SP ist dieses Ergebnis ein Erfolg. Er sei hoch erfreut, sagt SP-Gemeinderat und Stadtratskandidat Thomas Largiadèr. Die SP hatte das Referendum gegen die Kernzone ergriffen. Deswegen kam es überhaupt zur Urnenabstimmung. Der Gemeinderat hatte die Vorlage zuvor angenommen. «Die Bevölkerung hat uns Recht gegeben und der rein profitorientierten Vorlage eine Absage erteilt», sagt Largiadèr. Die Kernzone Oberdorfstrasse sei mit der Möglichkeit, sechs Stockwerke hohe Gebäude bauen zu können, überladen gewesen.

Stadtrat und Bauvorstand Christian Huber, SVP, bedauert das Resultat. Immerhin sei es relativ knapp ausgefallen. Dies bedeute, dass viele Personen die Vorteile der Vorlage erkannt hätten, «trotz der beängstigend falschen Visualisierung der Initianten». Die SP habe mit der Illustration einer Strassenschlucht, die niemals so gebaut worden wäre, Ängste geweckt.

Für die Stadt sei es schwierig gewesen, mit technischen Argumenten gegen Emotionen anzukämpfen, sagt Huber. «Es ist schade, dass nun die Möglichkeit vertan ist, haushälterisch mit dem Bauland umzugehen.» Mit der Kernzone habe man nicht den Bauherren Profit ermöglichen wollen, sondern es sei darum gegangen, das Zentrum zu stärken. Dies sei mit der jetzt gültigen Bau- und Zonenordnung nicht möglich. Beispielsweise könne die Stadt nicht durchsetzen, dass im Erdgeschoss Läden gebaut werden müssen. Es sei illusorisch zu glauben, dass bei dem aktuellen Siedlungsdruck Grünflächen im Zentrum noch jahrzehntelang erhalten werden könnten.

Für Largiadèr und die SP ist das Nein zur Kernzone erst der Anfang. Die SP fordert bei der Zentrumsplanung einen Neuanfang. «Wir brauchen ein Konzept für das ganze Zentrum und nicht ein Flickwerk», sagt Largiadèr. Dieses Gesamtkonzept müsse das Ortsbild respektieren und Rücksicht nehmen auf die Bedürfnisse der ganzen Bevölkerung, also auch von Familien, Fussgängern und Velofahrern. Es dürften nicht weiter nur die Interessen einzelner Investoren im Vordergrund stehen.

Am Anfang einer solchen Gesamtplanung soll nach Ansicht der SP eine Expertenrunde stehen. Die Politik müsse die Erkenntnisse anschliessend aufnehmen.

Für die SP und Largiadèr steht fest: «Das Stadtplanungsprojekt Wädensville ist gescheitert.» Die SP werde jede weitere Flickwerk-Vorlage bekämpfen, beispielsweise ein Hochhaus. Die Partei will den Neuanfang bei der Zentrumsplanung nächste Woche in die Wege leiten. Sie stellt eine Studie in Aussicht, die unter anderem mehr Grün in den Ortskern bringen soll. Die Stadt müsse dem Zentrum mehr Sorge tragen als bisher, sagt Largiadèr. In den letzten Jahrzehnten sei vieles unwiederbringlich zerstört worden.

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