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Kinderquälerin «freiwillig» bereits im Strafvollzug

Obwohl das Urteil gegen sie noch nicht rechtskräftig ist, sitzt die Kinderquälerin von Wila schon im Gefängnis.

Von Ernst Hilfiker Wila – Die Frau, die im Mai 2006 in Wila ein vierjähriges Mädchen im Rahmen einer Bestrafungsaktion derart schüttelte, dass es Stunden später starb, wurde im vergangenen Herbst vom Bezirksgericht Pfäffikon zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Der Fall hatte landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Nach der Urteilsverkündung wurde die 27-Jährige sogleich von der Polizei in Gewahrsam genommen und in sogenannte Sicherheitshaft gesetzt. Dies, weil der Staatsanwalt befürchtete, die Frau könnte in Anbetracht der langen Freiheitsstrafe aus der Schweiz flüchten. Die Frau ist nicht mehr in Sicherheitshaft, aber auch nicht geflüchtet: Sie hat sich von sich aus zum vorzeitigen Strafantritt entschlossen. Das heisst, sie sitzt schon seit ein paar Wochen in der Strafanstalt Hindelbank, wie ihr Verteidiger dieser Tage auf Anfrage bekannt gab. Hindelbank ist die einzige Deutschschweizer Justizvollzugsanstalt nur für Frauen. Früher rein, früher raus Dass die 27-Jährige, die mit ihren Mitbewohnern in einem Haus in Wila zwei Mädchen über etwa fünf Jahre hinweg aufs Fürchterlichste quälte, «freiwillig» in den Strafvollzug übertrat, ist nicht unüblich für Menschen in ihrer Situation: Sie hat, was auch immer im weiterhin pendenten Fall noch passieren wird, einen längeren Gefängnisaufenthalt vor sich. Je früher sie ihn nun abzusitzen beginnt, desto früher kommt sie wieder raus. Die Kinderquälerin hat gegen das Urteil vorsorglich Berufung eingelegt. Ein Urteil, das erst mündlich verkündet wurde, laut dem Bezirksgericht Pfäffikon aber im kommenden Februar dann auch in schriftlicher, ausführlich begründeter Form vorliegen soll. Auch Staatsanwalt will Berufung Nicht nur die 27-jährige Frau ist mit dem Urteil nicht einverstanden; auch der zuständige Staatsanwalt hat laut seinen Angaben bereits Berufung angemeldet. Der Ankläger hatte im Prozess 16 Jahre gefordert, die Verteidigung 2 Jahre bedingt. Damit ist weder der Richterspruch gegen die junge Frau noch gegen ihre zwei Mittäter rechtskräftig, die ihre mehrjährigen Freiheitsstrafen ebenfalls anfechten.

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