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Knochenbild und Lichtobjekt

Die Zolliker Künstlerin Garda Alexander präsentiert einen Querschnitt ihres Schaffens. Dabei zeigt sich ihre Vielfalt.

Zollikon - Garda Alexander hat kürzlich zur Vernissage in die Villa Meier-Severini eingeladen. Die Ausstellung ist nicht nur eine Tour d’Horizon durch das Werk der Zolliker Künstlerin, auch das erste Buch über sie wurde an diesem Abend gefeiert. Yvonne Türler-Kürsteiner, die das Buch mit einem luziden Text versehen hatte, hob in ihrer Einführung die «Einheit in der Vielfalt» in Alexanders Werk hervor. Und tatsächlich bestätigt sich dies bei einem Gang durch die gelungen arrangierten Ausstellungsräume.

Jede kleinste Hirnwindung ist zu erkennen in den naturalistischen Zeichnungen, die sich im Erdgeschoss der Villa befinden. Knochen und Gelenke sind jeweils im oberen Teil der Bilder anatomisch genau festgehalten und erscheinen in der unteren Hälfte der Bilder in abstrahierter Form abgebildet. In diesen streng naturwissenschaftlich gehaltenen Zeichnungen, die Garda Alexander 1996 geschaffen hat, lassen sich gleichsam Zeichen und Formen ihres zukünftigen Werkes erkennen.

Im selben Raum befindet sich beispielsweise das Werk «Knochenstruktur». Bei genauem Hinsehen lassen sich fein ziselierte Strukturen erkennen, die dem unifarbenen Bild Kontraste geben und es bei aller Einfachheit doch verspielt erscheinen lassen. Das Spielerische - obwohl nicht auf den ersten Blick erkennbar - ist nachgerade ein roter Faden in Alexanders Werk, aber ganz und gar ohne den Beigeschmack der Beliebigkeit. Denn: Ihr Ausgangspunkt ist immer der Mensch, ein Gesicht, die Natur. «Danach aber abstrahiere und reduziere ich», sagt sie. Das Spielerische lässt sich auch in der Verwendung und Kombination der Materialien erkennen: Bleistift, Plexiglas, Licht, selber gemischte Farben aus hochwertigen Pigmenten.

Souveräner Umgang mit Licht

Im oberen Geschoss finden sich grossformatige Bilder, die durch besondere Leuchtkraft und auffallende Farben hervorstechen. Und tatsächlich: Ein Bild aus dieser Werkgruppe ist mit «Fra Angelico Blau - echtes Lapislazuli-Pigment» beschrieben. Leuchtende Blautöne neben Erdtönen füllen den Raum sublim mit Wärme. Aber nicht nur diese Werke, von Alexander «Energiefelder» genannt, verfügen über intensive Leuchtkraft, auch die Lichtobjekte der Künstlerin strahlen Wärme aus - trotz der geometrischen Figuren, hinter denen sich die Lichtquellen verbergen.

Darin offenbart sich Alexanders Faible für Umgebungsgestaltung. Wenig erstaunlich, hat sie sich doch während zweier Jahre zur Feng-Shui-Beraterin ausbilden lassen und verschiedentlich private Wohnräume durch Farbgebung und Lichtobjekte behaglich und stimmungsvoll gemacht. Ebenso verhält es sich mit dem Lichteinfall in der Ausstellung: Keine grellen Neonlichter verfälschen den Blick, vielmehr unterstreicht warmes Licht die ohnehin schon leuchtenden Objekte. Miriam Hefti

Die Ausstellung in der Villa Severini in Zollikon dauert noch bis 15. November. Garda Alexander: Farbe - Form - Raum. Benteli-Verlag, Zürich 2009, ISBN 978-3-7165-1593-8. Garda Alexander.

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