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Kopftuchverbot St. Gallen Unbedeckt, aber engstirnig, TA vom 6. 8.

Kopftuchverbot St. Gallen Unbedeckt, aber engstirnig, TA vom 6. 8. Integration und Assimilierung. Dem Kommentar von Res Strehle stimme ich vollumfänglich zu. Geradezu wohltuend in der meist undifferenziert geführten Diskussion finde ich seine Unterscheidung von Integration und Anpassung (Assimilierung). Ein Integrationsprozess ist per se ein dynamisches Geschehen, welches individuell verschieden gestaltet wird. Da kann eine Rückbesinnung auf und die Betonung von religiös-kulturellen Werten und Symbolen ein wichtiger Schritt in der Findung der eigenen Identität sein. Fragwürdig erscheint mir die Argumentation des St. Galler Erziehungsrates, wenn er verlauten lässt: «Der Erziehungsrat ist der Ansicht, dass bei einem generellen Kopfbedeckungsverbot auch das Tragen eines Kopftuches darunter fällt, da das Kopftuch nicht als religiöses Symbol, sondern als ein Mittel für den Ausdruck kultureller Identifikation betrachtet werden kann.» Seit wann übernimmt der Staat die Definitionsmacht, was ein religiöses Symbol ist und was nicht? Und misst er da mit gleichen Ellen? Müssten sich da nicht zumindest die Katholikinnen in diesem Gremium die Gretchenfrage gefallen lassen, wie sies mit der Gleichstellung der Geschlechter in ihrer Religionsgemeinschaft halten? Könnte man mit dem Verbot des Kruzifixes in der Schulstube nicht die Einführung der Frauenordination in der römisch-katholischen Kirche beschleunigen? Wohl eher nicht. Und so fördert man mit einem Kopftuchverbot auch die Integration und Emanzipation von muslimischen Mädchen nicht. Esther Gisler Fischer, Dietlikon

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