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Kritik gegenüber UBS-Spitze ebbt nicht ab

«Das Schlimmste ist, dass die UBS es bis heute nicht für nötig fand, aufzuzeigen, wie sie es in Zukunft besser machen und wie sie ihre hohen ethischen Standards realisieren will.»

Aktionäre haben es in der Hand.

Die UBS bleibt arrogant, hochnäsig und uneinsichtig. Die Aussagen von Oswald Grübel bestätigen einmal mehr, dass die UBS nichts, aber auch gar nichts aus der Krise gelernt hat. Er sagt, dass wenn die Bank keinen Gewinn mache, auch nichts an die Aktionäre verteilt werden könne. Auf der anderen Seite verteilt er aber wieder fette Boni an seine verwöhnten Kadermitarbeiter. Wiederum ein hochnäsiges und sehr gieriges Verhalten, indem die Gewinne abgeschöpft werden, bevor die Aktionäre zum Zug kommen. Zudem versichert er vollmundig, dass niemand in der UBS überbezahlt sei; doch im nächsten Satz wird bekannt, dass bei gleicher Lohnsumme das Personal um 16 Prozent abgebaut wurde. Seine Leute sollen also nicht überbezahlt sein, wenn in einem Krisenjahr sämtliche Löhne im Durchschnitt um 16 Prozent angehoben werden! So will die UBS wieder Vertrauen zurückgewinnen? Da die UBS anscheinend nur die Sprache des Geldes versteht und nur mit dem Abzug von Kapital in einen Denkprozess versetzt werden kann, ist weiterhin zu hoffen, dass die Kundengelder abfliessen und die Aktionäre ihre Papiere an den Aktienmarkt zurückgeben. Denn nur so können die UBS und ihre Führung überhaupt zum Denken und Handeln «motiviert» und gezwungen werden.

Stefan Binder, Wettswil

Masslose UBS.

Vorausgesetzt, die UBS hätte 2009 die vergleichbar höchsten Saläre in der Wirtschaft nicht mit einem 3-Milliarden- Franken-Bonus aufgebessert, hätte sie das Jahr mit zwei guten Meldungen abschliessen können: ein positives Ergebnis von rund 300 Millionen Schweizerfranken und ein sympathisches Zeichen der Mässigung. Stattdessen schüttet sie ihren 65 000 Mitarbeitern einen Bonus von durchschnittlich 46 000 Franken aus und schreibt einen Verlust von 2,7 Milliarden Franken. Was sollen all die Steuerzahler denken, die pro Jahr nicht viel mehr verdienen, als die UBS-Banker Ende Jahr als Zustupf zu ihrem Durchschnittslohn von 180 000 Franken erhalten, nachdem sie das Unternehmen fast versenkt haben und nur dank einem staatlichen Kraftakt weiterfunktionieren können?

Ruedi Birchler, Einsiedeln

Ist das die neue UBS?

Bereits unter der «alten» UBS wurden viele US-Investmentbanker Millionäre und hatten die Aktionäre das Nachsehen. Unter CEO Oswald Grübel geht es im gleichen Stil weiter. Ist das die «neue» UBS?

Brigitta Moser-Harder, Hüntwangen

Unfähigkeit zur Selbstkritik.

Im Jahr 2006 las ich in einer Broschüre der UBS folgenden Satz: «Wir sind bestrebt, bei all unseren Entscheidungen höchste ethische Standards anzuwenden.» Ausserdem hat mir ein Direktor einer UBS-Filiale versichert, die UBS wolle «die grünste Bank der Welt» werden. Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass diese beiden Aussagen mit dem realen Verhalten der UBS im täglichen Bankgeschäft nichts zu tun haben. Darum habe ich 2008 die Bank gewechselt. Niemand bei der UBS hat sich für die Gründe meines Wechsels interessiert, obwohl ich seit über dreissig Jahren deren Kunde war. Auch für das Desaster, das sie angerichtet hat und das wenig später publik wurde, hat sich die UBS nie wirklich entschuldigt. Das Schlimmste für mich aber ist, dass sie es bis heute nicht für nötig fand, aufzuzeigen, wie sie es in Zukunft besser machen und wie sie die sich selbst gesetzten höchsten ethischen Standards verwirklichen will. Die UBS war mal eine angesehene Bank. Sie hat dieses Ansehen verspielt. Nicht so sehr durch die grossen Fehler, die sie gemacht hat, sondern durch ihre immer noch andauernde Unfähigkeit zur Selbstkritik. Mag sein, dass sich die UBS trotz allem wieder auffängt. Wenn sie ihren eigenen ethischen Anspruch aber nicht ernst nimmt, wird sie erneut Schiffbruch erleiden. Und das wird dann wieder nicht nur zu ihrem Schaden sein, sondern zum Schaden der gesamten Wirtschaft.

William Möritz, Zürich

Ohne die Mitarbeiteraktien.

Ich frage mich, wie die UBS-Führung das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen will. Indem CEO Oswald Grübel und UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger vorbildlich auf ihre Boni verzichten und gleichzeitig 3 Milliarden Franken für Boni ausschütten? Nicht eingerechnet bei dieser Boni-Ausschüttung sind übrigens noch die gesperrten Mitarbeiteraktien, die erst in fünf Jahren fällig sein werden! Es würde wohl wirtschaftlich Sinn ergeben, wenn die UBS die Mitarbeiteraktien gerade jetzt an der Börse aufkaufen würde. UBS-Aktien sind nämlich wieder sehr günstig zu haben! Es trifft zu, dass die UBS im 4. Quartal 2009 einen Gewinn von 1,2 Milliarden Franken gemacht hat. Hierbei wurden jedoch 400 Millionen Franken Steuergutschriften als «Gewinn» verbucht. Für das Gesamtjahr 2009 hat die UBS 2,7 Milliarden Verlust eingefahren! Unternehmerisch seltsam ist hierbei, dass 110 Prozent des UBS-Verlusts an die besonders guten Mitarbeiter als Boni ausgeschüttet werden. Die Bezüge der UBS-Investmentbankerbelaufen sich dabei (einschliesslich Hilfspersonal) durchschnittlich auf 280 000 Franken. Wobei anzumerken ist, dass gerade das Investmentbanking erneut einen hohen Jahresverlust erlitt. Auch hier gilt: Verlust lässt sich in Gewinn ummünzen!

Mario Elser, Allschwil

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