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Küsnacht ist mit Klotener Abfallfirma noch nicht zufrieden

Seit Januar entsorgt die Firma Frei den Abfall von Küsnacht und Erlenbach. Der Start der Unterländer war harzig.

Küsnacht/Erlenbach - Die Reklamationen waren zahlreich. Mindestens 25 Küsnachter hätten sich in der ersten Woche bei der Verwaltung über liegen gebliebene Säcke beschwert, sagt Gemeindeschreiber Peter Wettstein. Es sei zu grossen Verzögerungen gekommen, teils sei der Abfall auch schlicht vergessen oder nicht abgeholt worden. «Grund für die Versäumnisse war wohl mangelnde Ortskenntnis», sagt Wettstein.

Anfang Jahr habe das Wetter verrückt gespielt, erklärt Heinrich Frei die Startschwierigkeiten. Der 52-Jährige ist Inhaber und Geschäftsführer der Klotener Firma Frei Logistik + Recycling AG, die seit dem 1. Januar den Entsorgungsauftrag in Küsnacht und Erlenbach innehat. Jeder Beginn in einer neuen Gemeinde sei schwierig, sagt Frei. Zudem hätten der viele Schnee und der Salzmangel die ersten Ausfahrten erschwert. Auch falle nach den Festtagen jeweils besonders viel Abfall an.

Die Gemeinde habe die neu zuständige Firma nicht aktiv überwachen müssen, sagt Wettstein. Die Leute würden automatisch reklamieren, wenn ihre Abfallsäcke einen Tag später immer noch vor dem Haus stünden und es zu stinken beginne. Der Gemeindeschreiber nimmt Frei auch in Schutz. Bis sich alles eingespielt habe, sei ein vorübergehender Qualitätsabbau nicht zu vermeiden. «Der Einwohner setzt aber schon am ersten Tag den Massstab an, den er sich vom Vorgänger gewöhnt ist.»

Auch nach vier Monaten ist die Bilanz Küsnachts durchzogen. Nach den Reklamationen der ersten Woche habe sich der Service zwar stark verbessert, sagt Wettstein. Aber: «Noch entspricht er nicht der Qualität, die wir uns langfristig vorstellen.» Die Gemeinde stehe deshalb in regelmässigem Kontakt mit der Abfallunternehmung. In Erlenbach hat es dagegen kaum Reklamationen gegeben.

Im vergangenen Herbst hat Heinrich Frei den ehemaligen Platzhirschen an der Goldküste den Kampf angesagt. In Submissionsverfahren schnappte er der Meilemer Firma Schneider den Auftrag für Küsnacht weg, der Oetwiler Firma Grimm jenen für Erlenbach. Seine Konkurrenten hatte Frei jeweils deutlich unterboten. Die Unterlegenen liessen daraufhin durchblicken, die Klotener Firma operiere mit Dumpingpreisen, mit denen man nicht mithalten könne. «Gratis zu fahren, ergäbe ja keinen Sinn», sagte beispielsweise Christoph Hess, Geschäftsführer der Firma Grimm. Der Kampf um den Abfall der Goldküste eskalierte - und Eindringling Frei war erster Gewinner.

Weitere Eroberungen möglich

Heinrich Frei, der für die SVP im Kantonsrat politisiert, kann sich eine Fortsetzung seines Eroberungsfeldzuges gut vorstellen. Konkrete Pläne bestünden momentan jedoch nicht.

Der ehemalige Eishockey-Profi, der in den 1980er-Jahren für den EHC Kloten stürmte, entsorgt den Abfall von 30 Gemeinden und 150 000 Einwohnern. Ein Ende der Expansion der 134-jährigen Firma ist nicht abzusehen. «Die Konkurrenz hat jahrelang viel zu viel verlangt», sagt Frei. Die neue Rivalität sei förderlich - seine billigeren Angebote kämen schliesslich direkt dem Bürger zugute. Klotener Güselmänner entsorgen Küsnachter Müll. Foto: Michael Trost

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