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Kunsteisbahn wird zum Skaterpark

Nach den Hockeyspielern drehen im Frühling Skater ihre Runden in der Kunsteisbahn Küsnacht. Das Feld dient überdies als Kulisse für einen Film.

Küsnacht - Das Eis, über das die GCK Lions im Winter schlitterten und dem Puck nachjagten, ist geschmolzen, und am Boden sind Betonplatten sichtbar. Eine kleine Halfpipe und diverse Skaterelemente wie der Kicker, die Box oder die Bank stehen in dem von Banden eingezäunten Eisfeld der Kunsteisbahn Küsnacht (KEK).

Die Idee, die Eishalle nicht nur in der Wintersaison zu nutzen, kam von Privaten. «Das Interesse an einem Skaterpark war sehr gross», sagt Eiswart Hansruedi Rütimann. Weil die Gemeinde die Kosten übernommen habe, habe man das Projekt realisieren können. Der Skaterpark der KEK ist die einzige überdachte Anlage am rechten Zürichseeufer. Die anderen Gemeinden haben alle Probleme damit, einen geeigneten Standort für einen solchen Park zu finden, an dem die Lärmemissionen nicht zu gross sind.

Das Angebot der KEK wird, gerade jetzt während den Frühlingsferien, rege genutzt. Rund ein Dutzend Knaben im Alter von 12 bis 17 Jahren kurven mit ihren Skateboards, Slalombrettern, BMX-Velos und Scootern um die Hindernisse, wagen einen Sprung über den Kicker oder fahren die Wände der Halfpipe hoch. Zu den rhythmischen Schlägen von Holz auf Beton und dem dumpfen Surren der Räder schallt laute Musik aus den Lautsprechern.

Der 14-jährige Laurin van den Bergh holt Anlauf, bis er mit seinem Board die benötigte Geschwindigkeit erreicht hat. Dann geht er in die Knie und springt ab. Das Holz des Brettes schlittert über die Kante der sogenannten Box. Mit einem zweiten Sprung landet der Küsnachter am Ende des Elements und fährt gekonnt weiter. Solche Tricks übe er seit einem Jahr. In diesen Ferien sei er sogar täglich im Skaterpark der KEK anzutreffen. «Oft schaue ich mir zu Hause Skaterfilme an und versuche hier, die Sprünge nachzumachen», sagt Laurin.

Auswärtige Skater reisen an

«Skaten ist in der Sekundarschule Küsnacht wieder ein richtiger Boom geworden», sagt der 15-jährige Younes El Bahja. Er spickt sein Brett in die Luft und fängt es lässig mit einer Hand auf. Zum Wiedererwachen des einstigen Trends hat die KEK sicherlich beigetragen, denn als einzige überdachte Skateranlage an der Goldküste ist sie zu einem Publikumsmagneten geworden.

Sogar Skater aus Herrliberg und Zürich pilgern nach Itschnach und verbringen ihre Ferien mit Skaten. Beispielsweise Jason Studerus. Der 14-jährige Herrliberger lebt für seine Leidenschaft und ist begeistert vom Angebot der KEK: «Die Atmosphäre ist fantastisch», sagt er. «Dass der Skaterpark in einem Eishockeystadion aufgebaut ist, verleiht ihm etwas Besonderes.»

Die KEK ist die ideale Kulisse für das Projekt, das er mit seinen Freunden verwirklichen will: Einen Skaterfilm drehen. Mit der Kamera in den Händen fährt er neben seinen Freunden her und filmt die Sprünge, die sie mit dem BMX-Fahrrad oder dem Skateboard machen. Die Filme möchten die Jugendlichen ins Internet stellen und somit auf ihren Sport aufmerksam machen, der ihrer Meinung nach zu wenig gefördert wird.

Der Eintritt in den Park ist kostenlos und von morgens bis abends geöffnet. Weil die Halle nicht permanent überwacht wird, ist es auch schon zu Problemen gekommen, wie Hansruedi Rütimann erzählt. «Das Rauchverbot wurde nicht eingehalten, Abfall lag herum, und es wurden Grillfeste in der Halle veranstaltet.» In dieser Saison ist aber noch nichts vorgefallen. «Wenn dies so bleibt, können wir den Skaterpark auch in den nächsten Jahren wieder öffnen.» Jugendliche nutzen die Küsnachter Kunsteisbahn als Drehort für einen Film übers Skaten. Foto: Sabine Rock

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