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Kunstwerke auf dem Teller und an der Wand

Die Krone in Adliswil glänzt mit Gerichten ohne Schnickschnack, aber mit viel Knowhow. Hier isst man elegant.

Adliswil. - Wäre Peter Saba nicht Koch geworden, er hätte das Zeug zum Maler gehabt. Zum Hauptgang steht ein Teller vor mir mit einem Rehfilet, mit Ingwer und Honig gewürzt, rosa gebraten und aufgeschnitten, leuchtend grünen Rosenköhlchen, goldbraunen Pfifferlingen, angebratenen Schupfnudeln, einer weissen Birne mit rotem Preiselbeerkompott und Rotkraut. Bevor der Gaumen etwas vom Essen hat, ist es bereits ein Fest für die Augen.

Peter Saba hat sich im Bündnerland 15 Gault-Millau-Punkte erkocht. Dass er auch im Sihltal auf hohem Niveau arbeitet, hat sich herumgesprochen.

Gleich neben der Eingangstür zum geschmackvoll in Rot, Schwarz und Weiss gehaltenen Lokal haben die Rotarier, der Kiwanis Club und der Lions Club ihre Plaketten angeschraubt.

Als wir unter der Woche die Krone besuchen, sitzen einige Gäste in der von den Esstischen abgetrennten Lounge neben der Bar, trinken ein Glas Wein, rauchen. Neben uns essen Gruppen an zwei weiteren Tischen - es ist ein ruhiger Abend. Nichtsdestotrotz ist unser Kellner zuvorkommend, aufmerksam und nicht um die eine oder andere Empfehlung verlegen.

Wein gut, Grappa gut

Wir möchten uns einen Wein vorschlagen lassen und stellen ihn mit unserer Menüwahl auf die Probe. Zur Vorspeise ein zartes und aromatisches Ensemble von angeräuchertem Carpaccio vom Bison mit Trüffelöl und Parmesan (26 Franken) und gebratene Gänseleber auf Bratapfel an einem Traminerjus (32 Franken). Zur Hauptspeise das Filet vom Sommerreh (49 Franken) und ein saftiger Steinbutt vom Grill mit gebratenen Jakobsmuscheln auf Gemüse mit einem Champagnerrisotto (49 Franken). Unser Kellner schlägt uns einen chilenischen Chardonnay vor, weil er gegenüber den Aromen im Essen kräftiger sei. Eine gute Empfehlung.

Keine Menüs mehr

Die Speisekarte hält viele verlockende Gerichte bereit. So viele, dass wir uns wünschten, im Rahmen eines Menüs einen vielfältigeren Eindruck der Küche Peter Sabas bekommen zu können. Doch er sagt, er mache derzeit keine Menüs: «Sie sind einfach nicht gefragt», sagt er und vermutet, es hänge mit der Wirtschaftslage zusammen. Früher habe er gerne Menüs zusammengestellt. «Aber ein Menü muss sich vom Angebot auf der Karte abheben», meint Saba, «und man muss alle Zutaten frisch da haben.» Wenn er, wie an Freitagen und Samstagen, das Lokal voll habe und trotzdem nur zwei Menüs verkaufen könne, rechne sich das nicht.

Als wir zum Dessert kommen, eine Käseplatte (16 Franken) für mich und ein Soufflé-Eis mit Grand-Marnier (13 Franken), lasse ich mir vom Kellner einen Grappa aus der grossen Auswahl empfehlen. Peter Saba bezeichnet sich selber als Weinfan. Die Winzer bieten zu ihren Weinen oft den passenden Weinbrand an, und so ist Saba zum Grappa gekommen. «Das passt, finde ich, und Cognac oder Armagnac sind nicht mehr gefragt», sagt er.

Ich bekomme einen Nonnino, der im Eichenfass gereift ist (10 Franken), und wieder war es ein guter Tipp. Wir verlassen die Krone satt, zufrieden und beeindruckt ob der Harmonie der Gerichte. Restaurant Krone, Zürichstrasse 4, 8134 Adliswil. Telefon 044 771 22 05. Di-Sa 11.30-14.30 Uhr und 18 Uhr bis Mitternacht. Abgetrennter Raucherbereich.

Peter Saba von der Krone Adliswil ist ein Küchenchef mit dem Auge eines Malers.

Filet vom Sommerreh mit Rotkraut und Rosenkohl.

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