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Langes Warten auf spanische Bodega

Seit Juni haben die Betreiber einer Tapa-Bar eine Baubewilligung für ein Lokal in der Ustermer Skyline in der Tasche. Seither schweigt aber die Vermieterin.

Von Eduard Gautschi Uster – Um die Überbauung Skyline auch ausserhalb der Geschäftszeiten etwas zu beleben, müsste ein Treffpunkt her. Ein Lokal, in dem abends und am Sonntag Menschen ein und aus gehen. Zum Beispiel ein Restaurant. Das haben sich zwei Ustermer Jungunternehmer – nennen wir sie Gubler und Linder (Namen der Redaktion bekannt) – gesagt. Ihr Wunsch war es, im Zentrum ein spanisches Restaurant zu eröffnen. Als sie die Liegenschaftenverwaltung Colliers Schweiz anfragte, ob sie nicht Interesse hätten, in einem der leer stehenden Gewerberäume im Parterre der Ustermer Überbauung Skyline eine Tapa-Bar zu eröffnen, packten sie zu. Sie bewarben sich um den Raum, entwickelten ein Konzept für ein spanisches Restaurant und gründeten eine Firma. Damit wollen sie ein spanisches Restaurant betreiben und spanische Produkte importieren. Damit sie den Raum in der Skyline mit einer Fläche von 180 Quadratmetern als Restaurant nutzen können, müssen erst Küche, WCs und Lüftung eingebaut werden. Da die Abluft wegen der Fritteusen als stark belastet eingestuft ist, muss sie mittels Aktivkohle gereinigt werden. Lagerraum steht im Untergeschoss zur Verfügung. Die beiden potenziellen Restaurantbetreiber verhandelten mit der Versicherungsgesellschaft Axa Leben, der Eigentümerin der Liegenschaft, und regelten die Finanzierung des Umbaus. Was die Grösse des Lagerraums im Untergeschoss betraf, wollten die Restaurantbetreiber entweder 75 Quadratmeter oder aber das ganze Kellerabteil mieten – vorausgesetzt, die Miete wäre nicht zu hoch. Auf ihre eingereichten Vorschläge erhielten sie aber nie eine Antwort. Das Baugesuch wurde eingereicht und am 15. Januar öffentlich ausgeschrieben. Sechs Monate später, am 24. Juni, lag die Baubewilligung vor. Die Freude der beiden Gesellschafter über diesen wichtigen Entscheid dauerte nicht lange. Um mit der Bauerei beginnen zu können, mussten mit der Vermieterin die entsprechenden Verträge unterschrieben werden. Das aber ist bis heute nicht geschehen. Laut Gubler und Linder ist die Wincasa als Nachfolgerin der Colliers Schweiz AG seit Mai für die Vermietung des leer stehenden Gewerberaumes zuständig. Auf Anfrage des TA, warum mit den Bauarbeiten noch nicht begonnen wurde, war zu erfahren, dass die «Wincasa klemmt», wie Gubler erklärte. Sie stelle ihnen die Verträge einfach nicht zu. Alle Versuche, herauszufinden, wieso sie die Verträge nicht erhielten, verliefen im Sand. Auf ihre Anfragen erhielten sie keine Antwort. Es herrscht Funkstille. Schriftlich teilte ihnen am 27. Juli die Wincasa lediglich mit, dass erst umgebaut werden könne, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt seien. Dazu gehören selbstverständlich auch die unterschriebenen Verträge. Das sei ziemlich absurd, findet Linder. Die Wincasa teile ihnen mit, dass sie mit dem Bau erst beginnen können, wenn die Verträge unterschrieben seien, während ihnen diese Firma gleichzeitig die Verträge vorenthalte. Neuen Standort suchen Doch das ist nicht der einzige Umstand, der die Jungunternehmer stutzig macht. Im Schreiben der Wincasa wurde nämlich auch noch darauf hingewiesen, dass sich die Vermieterin eine Zwischenvermietung vorbehalte, solange die Verträge nicht unterschrieben seien. «Wenn sie uns und unser Restaurant nicht in der Skyline wollen oder sie einen Interessenten für eine zeitlich begrenzte Zwischenvermietung an der Angel haben, dann sollen sie uns das doch einfach sagen. Dann wissen wir, woran wir sind, und können uns nach einem anderen Standort umschauen», sagt Linder. «Ewig können wir nicht warten.» Wie es weitergehen soll, war auch bei der Wincasa nicht zu erfahren. Aus Datenschutzgründen würden keine Auskünfte über Kunden und Mieter erteilt, hiess es. Linder findet das Verhalten der Wincasa mehr als nur ärgerlich. «Wir wollen unbedingt ein Restaurant in Uster aufmachen. Die Skyline schien uns ideal dafür. Sollte dies nun aus uns unerklärlichen Gründen nicht klappen, werden wir einen andern Standort suchen müssen.» Dass die Skyline etwas mehr Leben vertragen würde, ist ein offenes Geheimnis. Nach Ladenschluss ist dort niemand mehr anzutreffen. Von einer Belebung des Zentrums, wie es bei der Planung den Verantwortlichen der Stadt Uster und den Stimmberechtigten einmal vorschwebte, ist nicht viel übrig geblieben. Zur Belebung des Zentrums trägt die Überbauung nicht bei. Restaurant und Läden schliessen um 18.30 Uhr, und dann verwaist die Skyline. Der Raum, in dem die Tapa-Bar hätte eröffnet werden sollen, sieht zwar aus wie eine Baustelle, gearbeitet wird dort aber nicht. Es herrscht gähnende Leere. Für den Raum rechts liegt eine Baubewilligung vor. Dort hätte das spanische Restaurant untergebracht werden sollen. Foto: Nathalie Guinand

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