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Lemms Knie als Hoffnung der Flyers

Der Center kehrt heute gegen den ZSC zurück – und sieht seine ausgeheilte Verletzung als gutes Omen.

Von Etienne Wuillemin, Kloten Das Zürcher Derby im Playoff weckt bei Romano Lemm Erinnerungen. 2008 im Viertelfinal war es, als er seine letzten Spiele für die Flyers vor dem Wechsel nach Lugano absolvierte. «Im dritten Spiel prallte ich mit Alexei Krutow zusammen», erinnert sich Lemm. Der Russe flog spektakulär durch die Luft, Lemm wurde superprovisorisch gesperrt. Und musste das Saisonende der Klotener von der Tribüne aus verfolgen. Über die Begründung des Einzelrichters, «Check mit dem Knie», ärgert sich Lemm noch heute. Damals fehlte Lemm in den beiden letzten Derbys der Serie, in diesem Jahr in den beiden ersten. Heute Abend gibt der 26-jährige Center in einer Linie mit Simon Bodenmann und Arnaud Jacquemet sein Comeback nach dem Innenband-Anriss, den er Ende Januar erlitt. Möglich macht das eine 40 Zentimeter lange Spezialschiene, die Oberschenkel, Knie und Unterschenkel stützt. Nach der halbstündigen Trainingseinheit von gestern bekräftigte Lemm: «Auf dem Eis denke ich nicht mehr an das Knie.» Ein wenig angespannt ist er vor seiner Rückkehr gleichwohl. «Hart trainieren ist das eine, aber die Intensität eines Spiels kann keine Übung simulieren.» Während gut eines Monats hat sich Lemm auf sein Comeback vorbereitet. Es waren viele einsame Stunden mit Fitnesstrainer Fredy Rothen darunter. Gut 300 Runden hat Lemm in dieser Zeit in der Kolping-Arena abgespult. Der Unverzichtbare Das Playoff ist für Lemm die Chance, eine bislang nicht nach Wunsch verlaufene Saison zu retten. Im Sommer ist er nach dem zweijährigen Abstecher zu Lugano nach Kloten zurückgekehrt. Er hatte sich für die Flyers und gegen Zug entschieden. Er galt schon seit einiger Zeit als Wunschspieler von Präsident Jürg Bircher. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen. Lemm konnte sie zu Beginn der Saison nicht erfüllen. Das Team eilte von Sieg zu Sieg, sein erster Torerfolg liess trotzdem 23 Spiele auf sich warten. Die Erleichterung danach war gross. Mittlerweile sagt er gelassen: «Es wäre schlimmer gewesen, wenn die Mannschaft am Tabellenende gewesen wäre und ich als Leader meine Leistung nicht gebracht hätte.» Auch wenn Lemm mit Startschwierigkeiten kämpfte, war und ist er für das Team unverzichtbar. Das wurde besonders dann deutlich, wenn er fehlte. Zum Beispiel beim 1:6 in Bern, dem ersten Spiel nach seiner Knieverletzung. Im Spielsystem von Trainer Anders Eldebrink sind Center, welche die Arbeit in der eigenen Zone nicht scheuen, besonders wichtig. Dazu gehört Lemm ohne Zweifel. Auch deshalb erhofft sich Trainer Anders Eldebrink von Lemms Rückkehr vieles, «Stabilität, Energie und Kreativität» an erster Stelle. Es sind die Dinge, welche Kloten am Dienstag im Hallenstadion vermissen liess. Der nervöse Zuschauer Die ersten beiden Partien verfolgte Lemm in den Stadien. «Ich war so nervös, am liebsten hätte ich gar nichts mitbekommen und nur die Resultate im Teletext nachgeschaut.» Er sah einen ZSC, der viel lief, aufsässig war und den Flyers kaum je Zeit liess. Lemm ist «heiss» auf die Zürcher, «aber nicht übermotiviert». Es ist auch ihm aufgefallen, dass überbordende Emotionen dem ZSC helfen. Zuversicht schöpft Lemm aus einer Episode des letzten Winters. Vor den Olympischen Spielen litt er unter der gleichen Verletzung wie im letzten Monat, einfach am rechten Knie. Davon war dann mit dem Nationalteam in Vancouver nichts zu sehen. Lemm spielte herausragend. Jetzt sagt er schmunzelnd: «Meine heutige Situation lässt sich sehr gut vergleichen mit damals.» Es soll als gutes Omen für die Flyers gelten. Nach einem Monat Pause ist Klotens Romano Lemm «heiss» auf den ZSC.Foto: Oeschger

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