Lichter löschen im Treppenhaus

Das EWZ schaltet einen kostenlosen Dienst ab, der viele betrifft: Die Steuerung der Zürcher Treppenhausbeleuchtungen. Und jetzt?

Vor über 30 Jahren wurde die Steuerung der Treppenhausbeleuchtung in der Stadt Zürich eingeführt. Ab Herbst 2017 ist Schluss damit.

Vor über 30 Jahren wurde die Steuerung der Treppenhausbeleuchtung in der Stadt Zürich eingeführt. Ab Herbst 2017 ist Schluss damit. Bild: Reto Oeschger

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mieter sind sich gewohnt: Wenn es abends eindunkelt, schaltet sich im Treppenhaus des Wohnhauses automatisch die Beleuchtung ein. Wenn es morgens hell wird, schaltet sich das Licht wieder ab. Möglich macht dies die sogenannte Rundsteuerung des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (EWZ). Es sendet morgens ein Einschalt- und abends ein Ausschaltsignal. Vor ungefähr 30 Jahren wurde diese Dienstleistung eingeführt.

Doch damit ist nun Schluss. Laut Stadtrat Andres Türler (FDP) sei in heutigen Zeiten das Bedürfnis nach einer zentralen Steuerung für die Treppenhausbeleuchtung in der Stadt Zürich nicht mehr verbreitet.

Die Treppenhausbeleuchtung entspreche weder dem aktuellen Verständnis von Energieeffizienz noch dem Bestreben der Stadt Zürich nach einer 2000-Watt-Gesellschaft. Dies meldet der Zürcher Hauseigentümerverband in der neuesten Ausgabe seiner Mitgliederzeitschrift.

Das EWZ zieht nun Konsequenzen und schaltet die stets kostenlose Dienstleistung der Rundsteuerung auf den Herbst 2017 komplett ab.

Ein Jahr Zeit für Umrüstung

EWZ-Sprecherin Claudia Schmid bestätigt die völlige Abschaltung der Rundsteuerung auf Herbst 2017 gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Die Steuerung für die Treppenhausbeleuchtung ist nicht mehr zeitgemäss», sagt sie. Regelmässig gebe es Kundenrückmeldungen, dass die Treppenhausbeleuchtung nicht termingerecht ein- respektive ausgeschaltet wurde.

Deshalb habe man sich entschlossen, diese aufzuheben. Zumal die Dienstleistung eh rückläufig ist. Schmid: «Solche Steuerungen werden bei Neubauten bereits seit mehr als zehn Jahren nicht mehr bewilligt.» In rund 6000 Häusern in der Stadt Zürich sei der Rundsteuerungsservice noch aktiv.

Welches sind die Folgen für die Hausbesitzer und Vermieter? Gemäss Schmid haben diese nun ein Jahr Zeit, um die Hausinstallation anzupassen. Die Elektroinstallationsfirmen in der Stadt seien diesbezüglich vom EWZ kürzlich informiert worden, um die Kunden entsprechend zu beraten. Als Alternativen kommen Bewegungssensoren und Zeitschaltuhren in Betracht. Kostenpunkt für die Umrüstung: ungefähr 300 Franken.

Was geschieht, wenn der Vermieter auf die Anpassung verzichtet? «Wir können das Licht aus Sicherheitsgründen in den Treppenhäusern nicht abschalten.» Mit anderen Worten: Wenn die Hausinstallation bis 30. September 2017 nicht angepasst wird, brennt ab dann in der 2000-Watt-Vorzeigestadt Zürich die Beleuchtung im Treppenhaus im Dauerbetrieb.

Veraltete Technik

«Das Rundsteuerungskommando ist veraltet. Mit einer privaten Steuerung kann die Treppenhausbeleuchtung besser und situationsgerecht ein- beziehungsweise ausgeschaltet werden», sagt Albert Leiser. Der Direktor des Zürcher Hauseigentümerverbands ist der Ansicht, dass sich Hauseigentümer den neuen technologischen Entwicklungen nicht verschliessen können.

«Wir empfehlen unseren Mitgliedern Dämmerungsschalter oder Bewegungsmelder», sagt er. Klar sei für ihn aber auch, dass die Einführung neuer Technologien auf keinen Fall auf Kosten der Hauseigentümer und schliesslich deren Mieter durchgesetzt werden dürfen. «Bisher haben sich nur wenige Hausbesitzer bei uns gemeldet.» Sollten im Lauf der nächsten Monate weitere Fälle gemeldet werden, behält sich der HEV vor, weitere Aktivitäten zu prüfen, so Leiser. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.10.2016, 10:36 Uhr

Artikel zum Thema

Die Energiewende in Zürich stockt

Die Stadtzürcher sind gemäss neuen Daten weiter entfernt von der 2000-Watt-Gesellschaft als 2010. Mehr...

Zürcher haben Energieverbrauch um 1000 Watt gesenkt

Die 2000-Watt-Gesellschaft liegt noch in weiter Ferne. Doch die Stadt Zürich liegt im landesweiten Vergleich vorne. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Paid Post

Unsere Tipps für diesen Sommer

Geniessen Sie diesen Sommer die Wanderungen und Freizeitaktivitäten, die Sie in den Walliser Ferienorten Nendaz und Veysonnaz erwarten.

Kommentare

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Die Welt in Bildern

Fanliebe: Kurz vor dem sechsten Spiel des NBA Finals zwischen den Toronto Raptors und den Golden State Warriors herrscht im Fansektor grosse Anspannung. (Toronto, 13. Juni 2019)
(Bild: Chris Helgren ) Mehr...