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Liegenschaften sollen Zollikon mehr einbringen

Die Gemeinde will mit höheren Mieten bei renovierten Wohnungen ihre Kasse füllen.

Von Mirjam Bättig-Schnorf Zollikon &endash Die Gemeinde Zollikon braucht Geld. Für das kommende Jahr rechnet der Gemeinderat mit einem Defizit von 10,5 Millionen Franken. Miteinberechnet im Budget 2012 hat er schon den neuen Steuerfuss, den er von 79 auf 85 Prozent erhöhen will. Jetzt hat der Gemeinderat eine neue Liegenschaftenstrategie vorgestellt. Sie soll mithelfen, die maroden Gemeindefinanzen längerfristig zu sanieren. «Der Liegenschaftenbestand im Finanzvermögen soll bis 2019 eine moderate Rendite abwerfen», sagt Liegenschaftenvorsteherin Dominique Bühler-Michel (Forum 5W). Mit einer «moderaten Rendite» meint sie mindestens den Zinssatz einer Bundesobligation. Diese erzielen derzeit gerade mal 1 Prozent. Zum Finanzvermögen der Gemeinde gehören 31 Liegenschaften. Viele der Wohnungen seien bis anhin nicht rentabel vermietet worden, sagt Bühler-Michel. Das soll ändern: Künftig dürfen Objekte nur noch kostendeckend abgegeben werden. Die Gemeinde geht aber noch einen Schritt weiter: Ein Teil der Wohnungen soll nach einem Mieterwechsel «wertvermehrend renoviert und zu einem höheren Zins» vermietet werden. «Wir rechnen auf diese Weise pro Jahr mit 100 000 Franken Mehreinnahmen aus Mieterhöhungen», sagt die Liegenschaftenvorsteherin. 20 Jahre lang gespart Das Geld fliesst vorerst grösstenteils in Wohnobjekte, die in den nächsten Jahren saniert werden müssen. Da besteht offenbar Nachholbedarf: «Wir bezahlen jetzt den Preis dafür, dass in den vergangenen 20 Jahren auf Kosten der Liegenschaften gespart worden ist», sagt Bühler-Michel. Es werde darum einige Jahre dauern, bis die gewünschte Rendite erreicht werde. Mit der neuen Liegenschaftenstrategie verfolgt der Gemeinderat auch noch einen anderen Zweck: Er befürchtet, dass bürgerliche Exponenten den Verkauf von Liegenschaften im grossen Stil verlangen, um den Gemeindehaushalt zu sanieren oder eine Erhöhung des Steuerfusses zu verhindern. Eine solche Strategie finde sie nicht gut, sagt Bühler-Michel. «Die entlastende Wirkung solcher Verkäufe verpufft innert kürzester Zeit.» Und längerfristig würden die Mieteinnahmen fehlen. Überdies sei das Portfolio bereits bereinigt worden: In den vergangenen fünf Jahren habe der Gemeinderat bereits ein Viertel der Liegenschaften im Finanzvermögen verkauft. Der Erlös von 11,5 Millionen Franken floss in die Gemeindekasse. Zwei weitere Veräusserungen könnten folgen. «Es wird viel Papier produziert» FDP-Präsident Marc Raggenbass befürwortet das Prinzip der höheren Rendite. Er ist skeptisch, was die Umsetzung anbelangt. Bereits bei der Vorstellung des letzten Konzepts im Jahr 2008 sei versprochen worden, dass innerhalb von vier bis fünf Jahren eine schwarze Null in der Gemeinderechnung resultiere. Dieses Ziel sei nicht erreicht worden, weil man die falschen Prioritäten gesetzt habe. «Es wird viel Papier produziert, aber bei der Umsetzung hapert es.» Bei der SVP wollte sich zum Thema niemand vor der Parteiversammlung vom Montag äussern. «Bei einem Mieterwechsel wollen wir die Wohnungen wertvermehrend renovieren und zu einem höheren Zins vermieten.» Gemeinderätin Dominique Bühler-Michel

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