Das Belvoir ist Rüschlikons neuer Leuchtturm

Nach 640 Tagen Um- und Neubau wurde das Hotel Belvoir am Wochenende wiedereröffnet.

Feierlich: Belvoir-Besitzer Heinz Meier (rechts) übergibt den Schlüssel des umgebauten Hotels an Geschäftsführer Martin von Moos.

Feierlich: Belvoir-Besitzer Heinz Meier (rechts) übergibt den Schlüssel des umgebauten Hotels an Geschäftsführer Martin von Moos. Bild: Kurt Heuberger

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Hoch über dem Zürichsee und Rüschlikon thront das Hotel Belvoir, und von der Hotelwelt wird es nach dem Umbau als neuer «Leuchtturm mit Ausstrahlungskraft» gefeiert. Am gestrigen Tag wurde die Wiedereröffnung mit einem Tag der offenen Tür gefeiert, nachdem am Samstag die Eröffnungsfeier über die Bühne gegangen war. Nach zweijähriger Planung und nochmals knapp zwei Jahren Bauzeit konnte Besitzer Heinz Meier den Schlüssel an Geschäftsleiter Martin von Moos und sein 50-köpfiges Team übergeben.

Noch ist das Belvoir aber nicht ganz fertig: Für den letzten Schliff – sieben Zimmer sind noch nicht vollendet – wird diese Woche noch tüchtig angepackt. Und auch das Serviceteam lässt von Moos noch schulen, bevor er in einer Woche den Hotelbetrieb aufnimmt.«Bis heute früh hatten wir noch 30 Handwerker im Haus. Vor einer Woche hätte wohl niemand geglaubt, dass wir wirklich heute eröffnen», sagte Heinz Meier am Samstag bewegt. Es sei alles noch etwas unwirklich, fürs Geniessen brauche er wohl noch etwas Zeit. Seine Lieblingsecke habe er aber bereits gefunden: «Ein roter Sessel im Foyer mit Blick in die Berge.»

B wie «Belvoir» oder «Beatrice»

Zusammen mit seiner Frau und Miteigentümerin Beatrice legte Heinz Meier in den letzten Tagen selbst noch Hand an und flechtete – ganz der ehemalige Physiker – die Glasfaserkabel, die im Licht wie ein Eisregen in der Mitte des Belvoir hinunterfallen. Dass im gesamten Belvoir viel Herzblut steckt, wurde den Besuchern spätestens bei Meiers Dankesrede bewusst: Er widmete das B, das jede Serviette und Tür im Belvoir ziert, seiner Beatrice. «Wir haben mit dem Team mitgelitten – es war einfach fantastisch, mit welcher Begeisterung es sich vor allem jetzt im Finish Tag und Nacht einsetzte», erzählte Beatrice Meier.

Zusammenarbeit mit Sedartis

60 Zimmer mit Seesicht beherbergt das neue Belvoir, davon fünf Junior-Suiten, eine Suite und ein Long-Stay-Guest-Zimmer. Hinzu kommen weitere acht Seminar- und Eventräume, Restaurant und Grill unter der Leitung des Wiener Küchenchefs Roland Marat, eine Lounge und Terrasse, sowie nebst Bowling-Anlage ein Wellness- und Spa-Bereich über 400 Quadratmeter. Als roter Faden durch das gesamte Belvoir ziehen sich Elemente, die auf den einstigen hiesigen Linth-Gletscher verweisen.

Laut Geschäftsführer Martin von Moos ist es dem Belvoir ein Anliegen, nicht nur für auswärtige Gäste, sondern auch für die ansässige Bevölkerung offene Türen zu haben. Zudem möchte er Synergien zwischen den beiden 4-Sterne-Hotels Belvoir und dem Thalwiler Sedartis – ebenfalls im Besitz des Ehepaars Meier – effizient nutzen. Nicht nur, was den Wissenstransfer betrifft: «Die Hotels sind technisch eng verbunden, gerade im Bereich der Reservation.»Das sei ein Konzept mit Zukunft, sagte Guglielmo Brentels, Präsident des nationalen Dachverbands Hotellerie Suisse: «Das Belvoir ist ein Hotel, das authentisch ist und sich mit seinem Standort auseinandergesetzt hat. Gerade deshalb ist es von regionaler Bedeutung.» Es mache bewusst, dass Zürich nicht an der Stadtgrenze aufhöre. Zudem spüre man im gesamten Hotel, dass das neue Belvoir seine über 100-jährige Geschichte in sich aufgenommen habe.Auch Rüschlikons Gemeindepräsident Bernhard Elsener (CVP) fand nur lobende Worte und äusserte die Hoffnung, dass das Belvoir in seinem neuen Glanz wieder als kulturelles Zentrum auflebe.

Bowlender Gemeinderat

«In seinem neuen Erscheinungsbild reiht sich das Belvoir in unsere Krete der Innovation und Thinktanks – GDI, IBM und Swiss Re – perfekt ein.» Er sei sich sicher, dass die Rüschliker es schnell ins Herz schliessen würden. «Ich jedenfalls war überwältigt, als ich hereinkam – es ist viel offener und grösser als früher.» Die Idee, dem Belvoir die Form dreier Eisschollen zu geben, habe ihn von Beginn an überzeugt, meinte Elsener. Und wie gefällt ihm der Einfall, in jedem Zimmer ein anderes wissenschaftliches Thema von der Evolutionstheorie über Lichtphysik bis zur Relativitätstheorie zu präsentieren? «Selbst Wissenschaftler, finde ich das natürlich gut. Mehr noch: Es würde mich sogar interessieren, ob man sich in der Reservation ein Thema aussuchen kann.»

Erst mal freue er sich aber darauf, die Gemeindeversammlung am 6. Juni wieder im Heimatlokal abhalten zu können. Und – wie er verrät – darauf, mit dem Gemeinderat hier bowlen zu gehen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.04.2011, 22:43 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Genuss und Freude schenken

Schenken Sie Ihren Freunden Hochgenuss in Form eines FINE TO DINE Gutscheins für über 100 Restaurants.

Kommentare

Blogs

Sweet Home Nehmen Sie sich Zeit für Veränderungen

Geldblog So streng ist der PK-Vorbezug limitiert

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Burn, baby, burn: An der «Nit de la Cremà» im südspanischen Alicante brennen zu Ehren des Heiligen Johannes rund 180 riesige Holzfiguren. (24. Juni 2019)
(Bild: Manuel Lorenzo/EPA) Mehr...