Korrodi ist in die Kränze gekommen

Lange hat der Schönenberger Paul Korrodi auf seinen ersten Kranz an einem Schwingfest warten müssen. Am Sonntag holte er sich die begehrte Auszeichnung am 100. Zürcher Kantonalen in Wald.

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Seit Sonntag ist Paul Korrodi (28) vom Schwingklub linkes Seeufer, wohnhaft in Schönenberg, Landwirt und Jungschwingertrainer, Neukranzer. Eine grosse Treichel hat er für den vierten Rang am Zürcher Kantonalen bekommen. Sie steht im ersten Stock seines Hauses. Korrodi hat noch einen Platz frei auf der Trophäenstange. Auf dem Küchentisch im zweiten Stock liegt der Kranz. Künstliches Eichenlaub, goldfarbene Eicheln – Korrodi sagt, sein kleiner Sohn habe den Kranz mittlerweile länger getragen als er selber.

Lange musste der Schönenberger auf diese Auszeichnung warten. An den Kranzfesten fehlte mal ein halber Punkt oder wie am Sonntag vor einer Woche beim Thurgauer Kantonalen in Wängi nur ein Viertelpunkt.

Unermüdlich im Training

Dieser Kranz, der musste her. Seit langem war er fällig, und Korrodi arbeitete darauf hin. Unermüdlich war er im Training. Zum ersten Mal war er im Winter in den Kraftraum gegangen. Er feilte an seinen Schwüngen, an den Defensivtechniken, und Korrodi schwang Gang um Gang mit dem Klubkollegen Res Gwerder vom Schönenberg. «Ihm verdanke ich zu einem grossen Teil», sagt Korrodi, «dass ich jetzt den Kranz gewonnen habe.»

Zwar ist Gwerder erst Anfang zwanzig und jünger als Korrodi, aber er hat mittlerweile elf Kränze gewonnen, am Eidgenössischen in Aarau teilgenommen, und am Kilchberger ist er auch in die Hosen gestiegen. Von Gwerders Erfahrung im Sägemehlring, von dessen Schwingweise und Technik hat Korrodi profitiert.

Nervös vor dem 5. Gang

Am Sonntag, am 100. Zürcher Kantonalen Schwingfest in Wald, lief alles für Paul Korrodi. Vergessen war das Zürcher Kantonale vom vergangenen Jahr, als er sich mit zwei Siegen, zwei gestellten Gängen und zwei Niederlagen im 13. Rang klassierte.

Nein, diesmal stellte er den ersten Gang gegen Simon Kid, aber dann holte er mit Siegen gegen Michel Zugliani (10.00) und Sandro Ott (9.75) auf. Gegen den Solothurner Gastschwinger und Teilverbandskranzer Thomas Stüdeli stellte der Schönenberger und hatte noch die Chance auf den Kranz.

«Ich war auf dem Schwingplatz noch nie so nervös wie vor diesem fünften Gang», sagt Korrodi. Er wusste, dass er diesen Gang gewinnen musste, um im sechsten Gang um den Kranz zu schwingen. Aber er wusste auch, dass ihm das Einteilungsgericht nochmals einen Gast aus Solothurn zugeteilt hatte.

Lorenz Blatter ist ein guter Schwinger, ein Kantonalkranzer, und Korrodi kannte ihn nicht. Die Nervosität wirkte sich prompt aus. «Beim ersten Zug», sagt Korrodi, «hätte es schon vorbei sein können.» Blatter warf den Schönenberger zu Boden. Korrodi konnte sich gerade noch retten, indem er in die Brücke ging. So nennen es Schwinger, wenn sie sich, Bauch nach oben, auf Kopf und Zehenspitzen abstützen. Korrodi sagt, seinen Kollegen habe es in dem Moment den Atem verschlagen.

«Wir haben dann nochmals zusammengegriffen», erzählt Korrodi, «und als der andere zum Zug ansetzte, habe ich ihn gekontert.» Es ging wie von allein. Der Schönenberger legte den Solothurner aufs Kreuz. Im sechsten Gang bodigte er Roland Bucher mit der Höchstnote, und der Rest war Freude.

Festessen in der Reithalle

Erst die Familie, dann die Klubkollegen, dann Schwinger und schliesslich Menschen, die er gar nicht kannte: Alle beglückwünschten Paul Korrodi zu seinem ersten Kranz. Er sagt: «Ich habe es genossen.» Die elf Schwinger vom linken Ufer haben sich gut geschlagen, allen voran Paul Korrodi mit seinem ersten und Res Gwerder mit seinem elften Kranz.

Vom Schwingplatz in Wald ging es dann direkt auf den Hof der Korrodis. In der Reithalle feierten 40 Personen bei Speis und Trank noch lange den Neukranzer. «So ist es üblich», sagt Korrodi mit einem zufriedenen Lächeln. An ihm könnten die jungen Schwinger sehen, sagt er, dass es manchmal etwas länger brauche. Aber wenn man konsequent an sich arbeite und an den Erfolg glaube, werde es einmal klappen. Korrodi wünscht sich nun, den Kranz bestätigen zu können mit einem weiteren Kranz in dieser Saison. Und dann stehen die Chancen auch gut, dass er zusammen mit Res Gwerder und der Zürcher Abordnung zum Eidgenössischen in Frauenfeld Mitte August reisen darf.

Mehr Nachrichten und Hintergründe vom linken Seeufer gibt es täglich auf den Regionalseiten im zweiten Bund des Tages-Anzeigers. Schreiben Sie direkt an horgen@tages-anzeiger.ch (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.05.2010, 21:52 Uhr

Hat endlich seinen ersten Kranz gewonnen:
Paul Korrodi. (Silvia Luckner/Archiv)

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