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Männedörfler und Zumiker sollen die Flughafen-Vorlagen ablehnen

Die Gemeinderäte von Männedorf und Zumikon sagen ihren Einwohnern, wie sie bei den kantonalen Abstimmungen im November entscheiden sollen. Die anderen Gemeinden geben keine Empfehlungen ab.

Von Christian Dietz-Saluz Über eine Initiative zum Flughafen Zürich sowie einen Gegenvorschlag stimmt der Kanton Zürich am 27. November ab. Mit der von 41 Gemeinden lancierten Behördeninitiative aus dem Norden, dem Osten und dem Westen des Flughafens soll ein Verbot von Neu- und Ausbauten von Pisten erreicht werden. Der Verein Flugschneise Süd &endash Nein hat einen Gegenvorschlag eingereicht, der das Grundanliegen der Initiative aufnimmt, aber zusätzliche Massnahmen verlangt, wie etwa die Rückkehr zum Flugbetrieb vor 2000. Die beiden Vorlagen erhalten nun Opposition aus dem Bezirk Meilen. So lehnt der Gemeinderat Männedorf die Vorlagen ab, wie er in einer Mitteilung schreibt. Dagegen unerstützt er bei der Stichfrage den Gegenvorschlag des Vereins Flugschneise Süd &endash Nein. Materie entscheidend Das Vorgehen des Gemeinderats Männedorf ist zwar korrekt, aber doch eher untypisch. Denn nur selten kommt es vor, dass ein Gemeinderat Empfehlungen zu kantonalen oder nationalen Urnengängen abgeben. Der Fluglärm ist seit acht Jahren aber Dauerpolitikum, der Südanflug beschäftigt alle Gemeinden im Bezirk Meilen. Insofern ist die Empfehlung also doch nicht so überraschend. Der Gemeinderat Männedorf begründet seine Abstimmungsempfehlung zudem mit dem komplizierten Charakter der zwei Vorlagen. Die beiden Fluglärm-Organisationen im Süden würden nämlich unterschiedliche Stellungnahmen und Abstimmungsempfehlungen abgeben. «Dieser Umstand macht es den Stimmbürgern nicht einfacher, eine Entscheidung zu fällen», schreibt der Gemeinderat. Flugblatt in Zumikon Auch der Gemeinderat von Zumikon hat die Bevölkerung über seine Haltung zu den Vorlagen orientiert. «Wir haben einen Flyer an alle Haushaltungen geschickt», sagt Gemeindepräsident Hermann Zangger (SVP). Darin gibt der Zumiker Gemeinderat die gleiche Empfehlung ab wie der Männedörfler: Er rät den Stimmbürgern, ein doppeltes Nein einzuwerfen. Die Gemeinderäte von Zumikon argumentieren gleich wie ihre Kollegen in Männedorf. Werde die Behördeninitiative angenommen, bestehe die Gefahr, dass weitere Flugbewegungen in den Süden verlagert werden, ja sogar die Südstarts eingeführt werden könnten. «Die Initiative ist daher zwingend abzulehnen», warnt der Gemeinderat Zumikon. Der Gegenvorschlag des Vereins Flugschneise Süd &endash Nein verlange, dass der Regierungsrat verpflichtet werde, sich gegen Pistenausbauten einzusetzen. «Ein generelles Verbot von Pistenausbauten wird als falsch erachtet, nur durch eine Verlängerung der Ost-Landepiste ist es möglich, die Anflüge über den Süden wieder zu reduzieren», teilt der Gemeinderat Männedorf mit. Keine weiteren Empfehlungen Die übrigen Gemeinden im Bezirk Meilen verzichten auf eine Stimmempfehlung. «Wir unternehmen nichts», sagt Erlenbachs Gemeindepräsident Ferdy Arnold (CVP). Auch Oetwil, Küsnacht und Stäfa geben keine Parole heraus, wie die Verantwortlichen auf Anfrage erklären. «Wir überlassen es den Stimmberechtigten, wie sie sich entscheiden wollen», sagt der Oetwiler Gemeindepräsident Ernst Sperandio (CVP). Oetwil sei zudem Mitglied im Fluglärmforum Süd (FLFS) vertreten, das beide Vorlagen ablehnt. In dieser Plattform sind 32 Gemeinden und Städte aus dem Süden des Flughafens Mitglied, darunter &endash bis auf Zollikon &endash alle Meilemer Bezirksgemeinden. Zurückhaltend ist auch die Gemeinde Meilen. «Wir haben eine Meinung», sagt Gemeindepräsident Christoph Hiller (FDP). «Wir geben aber bewusst keine Parolen zu Abstimmungen ausserhalb von Meilen ab.» «Nur durch eine Verlagerung der OstLandepiste ist es möglich, die Anflüge über den Süden wieder zu reduzieren.» Gemeinderat Zumikon

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