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Männedorfs Jugend bekommt jetzt ein Plätzchen im Tobel

Zuerst Friedhofsverbot, dann Schulhausverbot - die Gemeinde hat den Jungen zwei Lieblingstreffpunkte genommen. Sie bietet nun aber eine Alternative an.

Männedorf - Von staatlich subventionierten Kifferbänkli will Männedorfs Gemeindepräsidentin Heidi Kempin (FDP) natürlich nicht sprechen, schliesslich gelten Recht und Gesetz auch unten im Töbeli. Fakt ist aber, dass die Gemeinde dort, mitten im Dorf, wo sich der Mülibach zwischen den Grabfeldern hindurchschlängelt, ein Plätzchen einrichtet, an dem sich die Jungen treffen können. Einen vor bösen Blicken abgeschirmten Ort zum Rumhängen, wo sie sich auch mal «nicht völlig korrekt» benehmen können, wie Schulpräsident Urs Kuhn sagt, «wo Jugendliche noch Jugendliche sein dürfen».

Es ist ein bemerkenswerter Schritt einer Gemeinde, die zuletzt vor allem mit repressiven Massnahmen gegen unangenehm auffallende Jugendliche von sich reden gemacht hat. Zuerst mit dem Friedhofsverbot für unter 18-Jährige, das sogar das Schweizer Fernsehen auf den Plan gerufen hat. Dann, als ein Polizist in Zivil mitten in der Nacht vier Sprayer im Teenageralter ertappte und abführen liess. Und diese Woche nun wieder, als die Schule verkündete, dass sie ihre Areale vor allem nach Einbruch der Dunkelheit quasi zum Sperrgebiet erklärt - Betreten verboten, unter Strafandrohung.

«Wir werden immer vertrieben»

Dass die Gemeinde nun gezielt einen Ort aufwertet, an denen sich Jugendliche gern treffen, soll laut Heidi Kempin den Respekt gegenüber den Bedürfnissen der jungen Männedörfler ausdrücken. Mehrere Schüler hatten sich anlässlich der Sperrung des Friedhofs, der direkt zwischen zwei Schulhäusern liegt und daher ein beliebter Aufenthaltsort war, bei der Gemeindepräsidentin beklagt: Überall, wo sie hingingen, würden sie vertrieben. Im Mülibach-Töbeli will die Gemeinde nun bei der Feuerstelle Sitzbänke, Abfalleimer mit Aschenbecher und einen gedeckten Unterstand errichten.

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