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Mangelnde Konstanz als Lüthis Bremse

Motorrad-WMTom Lüthi beendete die Saison als WM-Vierter, eine Zürcher Firma gewann den Konstrukteurs-Titel. Von Rolf Gfeller Der Ausgang erinnert an das Finale der Motorrad-Strassen-WM im vergangenen Jahr. Damals verpasste Tom Lüthi beim Grand Prix von Valencia mit seiner 250er-Aprilia den dritten Platz um lediglich 15 Tausendstelsekunden oder 3 Meter. Gestern klassierte sich der 24-jährige Berner gleichenorts im 17. und letzten Rennen der Saison erneut auf Rang 4, diesmal fehlten ihm 0,177 Sekunden für einen Platz auf dem Podest. Die Teilnahme an der Siegerehrung auf der Rennstrecke, auf derer vor fünf Jahren seinen Titel in der 125-cm3-Klasse feiern konnte, wäre für Tom Lüthi zweifellos ein versöhnlicher Abschluss einer Saison gewesen, die einmal mehr geprägt war von Fehlstarts, Höhepunkten, Rückschlägen und schmerzhaften Verletzungen. 131 Rennen hat Tom Lüthi seit seinem WM-Debüt im Juli 2002 bestritten. Und abgesehen von 2005, als er mit vier Siegen und vier Podesträngen 20 Jahre nach Stefan Dörflinger zum ersten Schweizer Weltmeister gekürt worden war, mussten er und sein Umfeld am Ende einer Saison stets die gleiche Bilanz ziehen: Dank grossem Talent war Lüthi immer wieder zu aussergewöhnlichen Leistungen fähig, begeisterte er mit Mut, intelligenter Fahrweise und taktischem Geschick die Massen. Doch immer wieder dämpften technische Probleme, Stürze und deren zum Teil schwere Verletzungsfolgen die Euphorie und verhinderten einen Spitzenrang im WM-Klassement. Gestern beendete Tom Lüthi seine erste Saison in der Moto2-Klasse zwar als Vierter und klassierte sich – abgesehen vom WM-Titel – damit so weit vorne wie noch nie zuvor in seiner neunjährigen Karriere als WM-Pilot. Mangelnde Konstanz war aber auch in diesem Jahr der Grund, weshalb er das angestrebte Ziel, einen WM-Rang unter den ersten 3, um 43 Punkte deutlich verpasste. Fünf Podestplätze sind ein erfreuliches Ergebnis. Allerdings schmälern Klassierungen auf den Rängen 19, 16 oder 11 und zwei Ausfälle wegen Stürzen die Bilanz einer Saison, in der er zum Teil unter widrigsten Umständen sein fahrerisches Können einmal mehr demonstriert hat. Mit Aufholjagden aus scheinbar aussichtslosen Positionen, spektakulären Manövern und harten Zweikämpfen – unter anderem mit einem bereits zum fünften Mal in der Karriere gebrochenen Schlüsselbein – bewies Tom Lüthi, dass er nach wie vor zu den besten Piloten im Grand-Prix-Zirkus zählt. Technische Probleme mit Fahrwerk und Motor und die damit verbundenen Schwierigkeiten, das Motorrad in den Trainings für eine aussichtsreiche Position in den vorderen Startreihen abzustimmen, sind ein wesentlicher Grund für die Inkonstanz. Deshalb hat sich das Team entschieden, 2011 ein anderes Motorrad einzusetzen. Tom Lüthi steuert in der kommenden Saison eine Maschine des Zürcher Herstellers Suterracing aus Turbenthal. Dessen Gründer, der ehemalige GP-Pilot Eskil Suter, und sein Bruder Simon haben in der vergangenen Saison in der neu eingeführten Moto2-Klasse 14 der 40 Fahrer mit ihrem Produkt ausgerüstet und mit ihnen in 17 Rennen 4 Siege und 10 weitere Podestränge erzielt. Damit gewann das kleine Schweizer Unternehmen aus dem Tösstal mit 35 Angestellten und einem Umsatz von 10 Millionen Franken in der zweithöchsten Kategorie der Strassen-WM den prestigeträchtigen Titel in der Konstrukteurswertung. Immer wieder dämpften technische Probleme, Stürze und schwere Verletzungen die Euphorie.

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