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Marilyn, Amy & Co als Räbenköpfe

Fast 20 000 Zuschauer verfolgten den Umzug an der Richterswiler Räbechilbi. Zu bestaunen gab es phantasievolle Sujets.

Von Elio Stamm (Text) und André Springer (Fotos) Richterswil &endash Wenn Räbechilbi ist, platzt Richterswil aus allen Nähten. Am Samstagabend bestätigte sich diese Regel einmal mehr eindrücklich. Wie in den beiden Vorjahren standen fast 20 000 Besucher dicht gedrängt entlang der einen Kilometer langen Umzugsroute, um die 37 leuchtenden Sujets der lokalen Vereine und Schulklassen sowie vier Musikgruppen zu bestaunen und zu beklatschen. An der Post- und der Dorfstrasse standen die Zuschauer teilweise zu fünft und sechst hintereinander. Umzugschef Daniel Wohlwend vom organisierenden Richterswiler Verkehrsverein zeigte sich erfreut über den Zuschaueransturm. Wohlwend hat nicht vergessen, dass der vom «Guinness-buch der Rekorde» als weltweit grösster Räbenlichterumzug bestätigte Anlass nicht immer gleich viel Besucher anzieht. 2007 etwa kamen bei Hudelwetter «nur» 7000 Leute, doch seit drei Jahren ist den Organisatoren das Wetterglück hold. «Petrus muss ein Richterswiler sein», meinte Wohlwend. Gute Sicht will früh gesichert sein Erfahrene Räbechilbigänger wissen mittlerweile, dass die gute Sicht auf die leuchtenden Sujets früh gesichert werden will. So klettern am Samstagabend Jugendliche schon eine Dreiviertelstunde vor Umzugsbeginn auf den Baum vor der Sparkasse an der Dorfstrasse, während sich auf der anderen Strassenseite Senioren am Randstein auf ihrem Campingstuhl niederlassen und die Wolldecke über die Beine schlagen. Mit Glühwein oder Wurst in der Hand laufen viele aber auch erst mal die Umzugsroute entlang und möchten sich noch nicht für einen Platz entscheiden. Mit dem ersten Knall und dem Lichterlöschen um 18.40 Uhr drängt dann alles an den Strassenrand. Endlich kommen sie, die 37 Vereine und Schulklassen aus Richterswil mit ihren fantasievollen Sujets. Dazwischen die vier Musikformationen, die den Lichterreigen akustisch untermalen.Vorneweg marschieren wie jedes Jahr die Mädchen der 3. Sekundarschule als Kirchgängerinnen vom Richterswiler Berg wie anno 1850. Fortgesetzt wird auch die Tradition der Hommagen an kürzlich verstorbene Popgrössen. Die Ehre gebührt heuer Amy Winehouse. Das Konterfei der Queen of Soul ist passenderweise mit den Klängen ihres Hits «Rehab» untermalt. Bereits zu früh aus dem Leben geschiedene Showgrössen präsentieren mit James Dean auch der FC Richterswil und mit Marilyn Monroe der Tennisclub Burgmoos. Beim Dean-Sujet sind die Räben dichter als üblich nebeneinander angebracht. Dieser «Räbenteppich» erzeugt ein besonders helles Leuchten. Die Fussballer stossen noch während des Umzugs mit Weisswein darauf an. Ein Polster für schlechtere Jahre Die genauen Zahlen aus dem Abzeichenverkauf kennt Umzugschef Wohlwend noch nicht. Er geht aber davon aus, dass alle 12 000 Stück einen Abnehmer fanden: «Auf alle Fälle resultiert wieder ein Gewinn, was uns für schlechtere Jahre ein Polster beschert.» Möglich wird der Gewinn auch, weil die Abzeichen dieses Jahr auf 8 Franken verteuert wurden, nachdem sie zuvor 15 Jahre lang 6 Franken gekostet hatten. Mit der Preiserhöhung reagierte der Verkehrsverein auf die gestiegenen Räbenpreise. Trotz Gewinn braucht die Räbechilbi Richterswil viel ehrenamtliche Arbeit, um überhaupt stattfinden zu können. 1000 Teilnehmer marschierten mit, für die 37 Sujets verarbeiteten sie 28 Tonnen Räben, 50 000 Kerzen, 240 Meter Papier und 100 Meter Stoff. Mitgeholfen haben wie immer auch die Bewohner des Dorfzentrums. Ausnahmslos schmückten sie ihre Fenster mit Räben. Die 1000 Teilnehmer verarbeiteten 28 Tonnen Räben, 50 000 Kerzen, 240 Meter Papier und 100 Meter Stoff. Die Hommage an Amy Winehouse stammte von der 2. Sek Zahner/Luth. Die Lebensrettungsgesellschaft brachte ein Nashorn zum Leuchten. 37 Sujets waren an der Richterswiler Räbechilbi zu bewundern, darunter auch die Marilyn Monroe des Tennisclubs Burgmoos. Der Turnverein blickte auf den Sommer zurück. Der Seeclub ging mit Wickie auf grosse Fahrt.

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