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Mehr als nur eine Alternative bei schlechtem Wetter

Der Kunstrasen gewinnt im Regionalfussball immer mehr an Bedeutung. Selbst bei idealen Bedingungen wird er mittlerweile oft dem Naturrasen vorgezogen.

Von David Schweizer Einsiedelns Trainer Stefan Flühmann ärgerte sich darüber, dass die Zweitliga-Partie in Wallisellen auf Kunstrasen gespielt wurde. Gleichzeitig wurden nämlich auf den beiden Rasenplätzen des Sportzentrums Spiele ausgetragen. Die Terrainverhältnisse konnten also nicht der Grund gewesen sein, dass der Glatttaler Verein den Match nicht auf Naturrasen durchführen liess. Ganz anders sieht man die Situation beim FC Wallisellen. «Unser Platz 1 sieht von aussen betrachtet gut aus. Er ist aber in einem schlechten Zustand», erklärt Roland Epprecht. Gemäss dem Leiter Aktive trage man aber die Spiele nicht grundsätzlich auf Kunstrasen aus. Ligaerhalt dank Platzwechsel Fakt ist aber: Seit der Inbetriebnahme des neuen Platzes im Herbst 2009 haben die Unterländer fast ausnahmslos ihre Heimspiele auf der künstlichen Unterlage ausgetragen. Besonders in der letzten Rückrunde lohnte sich der Wechsel. Dank einer starken zweiten Saisonhälfte – mit sechs Siegen und einem Unentschieden auf heimischem Terrain – gelang der Klassenerhalt. Auch Flühmanns Einsiedeln wurde vor vier Monaten Opfer von Wallisellens Heimstärke. Sie verloren nach einem Tor in der Nachspielzeit 0:1. Es war die letzte Niederlage der Schwyzer, die mittlerweile seit 10 Meisterschaftsspielen ungeschlagen sind. Am letzten Samstag gelang dem Favorit und Leader der Gruppe 2 auf der ungeliebten Unterlage nun aber die Revanche mit einem 3:2-Sieg – dies nach zweimaligem Rückstand. «Es ist das gute Recht von Wallisellen, auf Kunstrasen zu spielen», sagt Flühmann. Er finde ihn auch eine gute Sache, würde sich aber, wenn er auswählen könnte, jeweils für das Naturspielfeld entscheiden. Herrliberg ist eine Ausnahme Besonders im fast auf 900 Metern über Meer gelegenen Einsiedeln würde ein Kunstrasen im Alltag bestimmt helfen. Schon oft lag beim Rückrundenstart im März noch Schnee auf dem Sportplatz Rappenmöösli. So wird auch bei den Schwyzern über die Anschaffung eines Kunstrasens diskutiert. Dieser würde aber bestimmt nicht an der Stelle des Hauptplatzes erstellt – das sei kein Thema, sagt Stefan Flühmann. Fast ausschliesslich auf dem Kunststoffteppich gespielt wird hingegen seit drei Jahren beim FC Herrliberg. Auf der Sportanlage Langacker absolvieren nur noch die D- bis F-Junioren auf einem Kleinfeld die Meisterschaftsspiele auf natürlichem Rasen. «Herrliberg ist eine Ausnahme», weiss Urs Lüscher, Sportplatzsachbearbeiter beim Fussballverband Region Zürich. «Unser Credo ist es noch immer, wenn möglich auf einer Naturfläche zu spielen.» Kunstrasen im Sommer Nicht unbedingt ausschliesslich auf Naturrasen wird bei den Sportanlagen der Stadt Zürich gesetzt. «Es gibt schon Klubs, die nur noch auf Kunstrasen spielen wollen», sagt Max Häusler, beim Stadtzürcher Fussballverband für die Platzangelegenheiten zuständig. So kann es auch vorkommen, dass an einem heissen August-Nachmittag ein Drittligaspiel im Juchhof auf Kunstrasen durchgeführt wird, während daneben der Naturrasen unbenutzt bleibt. Es gebe hierbei auch die Schonfristen der einzelnen Plätze zu berücksichtigen, beschwichtigt Häusler. «Sonst werden die Plätze zugrunde gerichtet.» So oder so: Beim FC Wallisellen war zuletzt von der Heimstärke auf Kunstrasen aus der letzten Saison nicht mehr viel zu sehen. Der Tabellenvorletzte holte nur noch einen Punkt in vier Spielen. Gegen das Starensemble von United Zürich wechselte man sogar für einmal zurück auf die Naturwiese, um die spielerischen Stärken des prominenten Gegners einzudämmen. Doch der taktische Schachzug misslang. Wallisellen verlor klar 0:5 und spielte fortan wieder auf Kunstrasen.

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