Mehr Irchel für Zürich

Wie sich die Stadt entwickeln und verdichten kann, lässt sich am Beispiel der Universität gut beschreiben. Ab Freitag liegt der Gestaltungsplan des Campus Irchel auf.

Mit der Universität wächst auch der Park: Luftaufnahme des Campus Irchel.

Mit der Universität wächst auch der Park: Luftaufnahme des Campus Irchel. Bild: Baudirektion Kanton Zürich

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ansiedelung. Zersiedelung. Verdichtung. In dieser Reihenfolge.

Diese Entwicklung, die man derzeit landesweit mit Richt-, Master- und Entwicklungsplänen vorantreibt, lässt sich an der Universität Zürich exemplarisch aufzeichnen. Gegründet 1833 sieht sich die Uni seit Anbeginn als Stadtuniversität. 1914, als die Uni ihr neues Hauptgebäude an der Rämistrasse bezog, waren rund 1700 Studentinnen und Studenten eingeschrieben. Die Universität wuchs uns wuchs, mehr als 26'000 Studierende zählt der Betrieb heute, räumlich breitete sie sich ebenfalls aus.

Zwei Standorte, viele Vorteile

Zig kleinste, kleine und einige grössere und grosse Punkte verteilen sich auf dem Stadtplan, den Rektor Michael Hengartner am Donnerstag vor den Medien präsentierte. Die grossen Punkte: Im Zentrum, am Irchel, in Oerlikon und Schlieren unterhält die Uni grössere Betriebe. Die Pünktchen: In der Altstadt ist man in historische Villen eingemietet. Diese universitäre Zersiedelung sei weder zeitgemäss, noch effizient und überdies kostenintensiv, sagte Hengartner. Geht es nach den Plänen von Stadt, Kanton und Universität Zürich, gehört diese Zersiedelung bald – also in spätestens 25 bis 30 Jahren – der Vergangenheit an. Hengartner sprach von einem «Befreiungsschlag», den die Uni brauche. Und der gelinge ihr dank einer «Zwei-Standorte-Strategie»: Zentrum und Irchel.

Gestaltungsplan liegt 60 Tage auf

Ein wichtiger Baustein dieser Strategie ist der kantonale Gestaltungsplan «Campus Irchel», der ab Freitag und für sechzig Tage aufliegt. Er schreibt fest, wo und wie auf dem Irchel in Zukunft gebaut wird. Er ist eng abgestimmt mit der städtischen Bau- und Zonenordnung (BZO), die im Bereich des Irchels einige Anpassungen vorsieht. Zusammen mit dem kanotnalen Richtplan «Universität Zürich-Irchel», der voraussichtlich am 1. Oktober im Kantonsrat beraten wird, bilden die drei Planungsinstrumente ein aufeinander abgestimmtes Gesamtpaket, das in enger Zusammenarbeit zwischen Stadt, Kanton und Universität entstanden ist.

Für den Gestaltungsplan wurden auf dem Areal vier Teile definiert:

Irchel West: Runter zur Stadt erstreckt sich wie bis anhin der Irchelpark. Er soll seinen Charakter behalten und seine wertvollen Flächen werden besser geschützt. Der Park «wächst» im Zuge der Umgestaltung sogar noch. Fast 45'000 Quadratmeter werden neu der Freihaltezone zugeschlagen.

Irchel Süd: Die ersten Gebäude auf dem Areal des Strickhofs datieren von 1672. Es entstehen auch hier Neubauten, etwa ist neu Fläche für Wohnungen für Studierende vorgesehen, aber der kleinteilige Charakter soll erhalten bleiben.

Irchel Mitte: Hier gibt der bestehende Bau von Architekt Max Ziegler, der ab 1969 errichtet wurde, die Struktur vor. Die Gebäude stehen parallel zum Hang. In diesem Bereich wächst die Hochschule in die Höhe. Vorgesehen ist in der Mitte des Areals ein Hochhaus mit einer maximalen Höhe von 60 Meter. Insgesamt wurde das Hochhausgebiet auf dem Areal verkleinert, vor dem Gestaltungsplan und vor der revidierten BZO wäre eine viel höhere Ausnützung möglich gewesen, hiess es von Seiten der Stadt. Die Idee eines markanten Hochhauses, übrigens, ist nicht neu. Max Ziegler schlug in dem von ihm erarbeiteten Richtplan bereits in den 60er-Jahren ein solches vor. Der Turm dient zur Orientierung auf dem Areal; umso wichtiger, wenn so etwas wie ein neues Universitätsquartier entsteht. Überhaupt, betonten die Vertreter von Stadt, Kanton und Uni, werde die Uni im Irchel besser sichtbar. Ziel sei es zudem, den Irchelpark besser in das Quartier und damit in die Stadt einzubinden.

Irchel Nord: Beim Tierspital wird der grosse Teil des Bestandes abgebrochen, es entsteht eine neue Struktur, die sich zur Stadt hin öffnen soll – und bei der Grünfläche freigespielt wird.

Die Zahlen der Entwicklung sind beeindruckend: Weisen die Gebäude im Irchel heute eine Gesamtfläche von 375'000 Quadratmetern auf, wird diese Zahl auf 640'000 Quadratmeter steigen; statt wie heute knapp 6000 studieren 2040 laut Prognosen 13'000 auf dem Irchel, statt 3200 arbeiten 4500 Uni-Angestellte. Einzig die Zahl der Parkplätze bleibt mehr oder weniger stabil: Sie steigt um 90 Plätze auf 1250. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.09.2018, 15:43 Uhr

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Blogs

Sweet Home Portugal ist in Solothurn

Tingler Zeichen der Zukunft

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Rochen statt Rentier: Ein als Weihnachtsmann verkleideter Taucher gesellt sich zu den Bewohnern des Ceox-Aquariums in Seoul. Südkorea ist das einzige ostasiatische Land, das Weihnachten als nationalen Feiertag anerkennt. (7. Dezember 2018)
(Bild: Chung Sung-Jun/Getty Images) Mehr...