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Meilen erhöht Preis für Tages-GA

Die SBB-Tageskarte kostet neu 38 statt 30 Franken. Andere Gemeinden dürften bald nachziehen.

Von Michel Wenzler Meilen – Reisende, die von den vier SBB-Tageskarten profitieren wollen, welche die Gemeinde Meilen täglich anbietet, müssen bald tiefer in die Tasche greifen. Ab 1. Januar 2011 kostet das Angebot 38 statt wie bisher 30 Franken. Ausschlaggebend dafür ist, dass die SBB ab 12. Dezember 2010 den Preis für die Tageskarten um über 15 Prozent erhöhen. Ein Satz von 365 Tageskarten, welche die Gemeinden vergünstigt bei der Bahn erwerben und ihren Einwohnern weiterverkaufen können, kostet heute 9775 Franken. Künftig sollen es 11 300 Franken sein. Meilen hat sich wie andere Gemeinden gegen diese Preiserhöhung gewehrt. Zusammen mit dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV) und dem Schweizerischen Verband der Einwohnerkontrollen habe man bisher erfolglos versucht, dagegen vorzugehen, heisst es in einer Mitteilung. Die Gespräche mit den SBB dauern zwar noch an, wie der VöV gestern auf Anfrage versicherte. Doch Meilen scheint die Hoffnung, dass die Bahn ihre Meinung noch ändert, aufgegeben zu haben. Bahn kannibalisiert sich selbst Das Tages-GA ist Opfer seines eigenen Erfolgs geworden. Ursprünglich war es lanciert worden, um Autofahrer zum Umsteigen auf die Bahn zu animieren. Doch mittlerweile wird das Angebot auch von Leuten genutzt, die ohnehin schon regelmässig mit den SBB unterwegs sind. Nach Ansicht der Bahn konkurrenziert das Gemeinde-GA die normale Tageskarte, die mit Halbtax 64 Franken kostet, zu stark. Die Gemeinden und die beiden Verbände, die sie im Kampf gegen die Preiserhöhung unterstützen, befürchten dagegen, dass viele Reisende wieder auf das Auto umsteigen, wenn die Preise höher werden. Vor allem stören sie sich aber daran, dass die Tageskarten künftig wochentags nur noch ab 9 Uhr gültig sein sollen. Für Personen, die weit reisen würden, seien sie somit nutzlos, lautet das Argument. Rückendeckung haben die SBB dagegen jüngst vom Regierungsrat erhalten, der eine entsprechende Anfrage aus dem Kantonsrat beantwortet hat. Die Zürcher Regierung findet die Massnahmen der SBB gerechtfertigt. Die Beschränkung der Tageskarte auf die Nebenverkehrszeit sei sinnvoll, weil die Kapazitäten der Bahn während der Hauptverkehrszeit ohnehin schon knapp seien. Lassen sich die SBB nicht erweichen, werden wohl bald auch die übrigen Gemeinden im Bezirk aufschlagen. Die meisten verlangen wie Meilen 30 Franken für eine Tageskarte, in Hombrechtikon und Oetwil sind es 35 Franken.

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