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«Meine Eltern haben mich farbenblind erzogen»

Marc Sway tourt zurzeit mit seiner Band durch die Schweiz. Morgen spielt er erstmals im Stäfner Rössli.

Der 31-jährige Musiker Marc Sway lebt mit Frau und Tochter im zürcherischen Pfaffhausen.
Der 31-jährige Musiker Marc Sway lebt mit Frau und Tochter im zürcherischen Pfaffhausen.

Marc Sway, leben Sie als Mischling in beiden Welten, der europäischen und der afroamerikanischen? Jeder einzelne Mensch dreht sich doch in seinem ganz eigenen Kosmos. Den Leuten fällt es in der Regel schwer, mich einzuordnen, was mir ganz recht ist, denn als Musiker fühle ich mich als Weltbürger. Ich habe das Privileg, zu beiden Welten zu gehören. Das merke ich aber erst, seit ich eine Afrofrisur trage, denn ich bin relativ hellhäutig. Als ich in London war und mich die Schwarzen regelmässig so grüssten, wie ich von ihnen als Weisser nie gegrüsst worden wäre, fiel mir das zum ersten Mal auf. Nur in Südafrika ist es, vielleicht als Überbleibsel der damaligen Apartheid-Politik, eher unvorteilhaft, ein Mischling zu sein. Dort ist es besser, wenn du entweder schwarz oder weiss bist. Meine Schwester machte entsprechend schlechte Erfahrungen. Bei uns zu Hause hingegen war die Hautfarbe nie wirklich ein Thema. Wir sind sozusagen farbenblind erzogen worden.

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