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Milliarden- bau erhält ein Gesicht

Stararchitekt Riken Yamamoto aus Japan gewinnt den Architekturwettbewerb für das Bauprojekt «The Circle» am Flughafen Zürich.

Flughafen - «Von der Hektik zur Ruhe». Diesem Motto, unter dem das Siegerprojekt Divers(c)ity des japanischen Architekturbüros Riken Yamamoto & Field Shop steht, wird in jeder Hinsicht Rechnung getragen. Vom Flughafen aus stechen dem Betrachter gleich die überhängenden Glasfassaden ins Auge. Vor einem steht ein grossvolumiges Gebäude. Die Rückseite hingegen vermittelt ein ganz anderes Bild. Vom Butzenbüel-Hügel aus betrachtet, sieht das geplante Projekt eher wie eine verschachtelte Kleinstadt mit Strassen, Gassen und Plätzen aus: die «Stadt der Vielfalt».

Genau so, wie das Projekt an der gestrigen Medienorientierung vorgestellt wurde, wird die spätere Überbauung allerdings nicht aussehen. «Mit der Prämierung haben wir lediglich bestimmt, mit welchem Architekturbüro wir die konkrete Umsetzung durchführen wollen», hält Thomas E. Kern, CEO der Flughafen Zürich AG, fest. Insgesamt sind zu Beginn des Wettbewerbsverfahrens, für das der Jury eine Gesamtpreissumme von 700 000 Franken zur Verfügung stand, über 90 Bewerbungen eingegangen. Noch 15 Projekte davon schafften es in die nächste Runde. Nach einem anonymen Projektwettbewerb standen die fünf Finalisten fest, die im Workshopverfahren ihre Studien überarbeiten und verfeinern konnten. Am Ende stimmte die Jury, welche vom ehemaligen Basler Kantonsbaumeister Carl Fingerhut geleitet wurde, für den Entwurf von Riken Yamamoto.

Stephan Widrig, Chief Development Officer bei der Flughafen Zürich AG, spricht die anspruchsvolle Planung an: «Die neuartige Nutzung hatte es den Architekten nicht leicht gemacht.» Als Vorgabe wurden für den späteren Betrieb sieben Module ausgegeben: Wohlfühlen, Bilden, Inspirieren, Präsentieren, Vermitteln, Verweilen und Verwirklichen. Diese breite Angebotspalette von Büros, Hotels über Wellness, Restaurants bis zu Einkaufsmöglichkeiten soll das neue Dienstleistungszentrum umfassen. Ein reines zweites Shoppingcenter hatte man von Anfang an nicht im Sinn. «Innerhalb der Überbauung wird ein Mix aus öffentlichen und privaten Räumen entstehen», sagt Widrig. Vorstellen müsse man sich das wie am Rennweg oder im Niederdorf im Herzen der Stadt Zürich.

Finanzierung offen

Wer den Investitionsbetrag von einer Milliarde tragen soll, ist noch unklar. Die Flughafen AG ist derzeit dabei, mit möglichen künftigen Mietern verschiedene Ideen der Finanzierung zu prüfen. Zum einen sollen eigene Mittel investiert werden, zum anderen sind weitere Investoren erwünscht. «Die Finanzierung steht jetzt aber nicht im Vordergrund», meint CEO Thomas E. Kern. Das Hauptaugenmerk liege vorerst in der Weiterführung des Siegerprojekts. Im Rahmen einer Vorstudie soll dies weiter bearbeitet und hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Gestaltung und Funktionalität geprüft werden.

Bei einem reibungslosen Ablauf könnte die Baueingabe 2011 erfolgen, der Spatenstich 2012. Neue Anschlüsse für den öffentlichen oder privaten Verkehr sind aufgrund der ohnehin schon guten Erschliessung am Flughafen nicht nötig. Wo heute zwei Parkhäuser und das Alpenrock-House stehen, sollen auf einer Grundfläche von 37 000 Quadratmetern mindestens ein Hotel, Büroflächen sowie verschiedenste Dienstleistungsbetriebe entstehen. Wohnungen werden nicht gebaut. Die Nutzfläche beträgt rund 200 000 Quadratmeter. Frühestens 2016 könnte der Milliardenbau fertiggestellt sein.

Der Klotener Stadtpräsident René Huber, der selber Mitglied in der Jury war, sieht die Realisierung des Projekts als eine Notwendigkeit an. «Die Stadt und der Flughafen sind bislang durch die Autobahn getrennt», sagt Huber. Durch «The Circle» würden die beiden miteinander verbunden, was das gemeinsame Ziel der Stadt und des Flughafens sei. Gesamtprojektleiterin Birgit Werner und Flughafen-CEO Thomas E. Kern sind stolz, das Siegerprojekt des japanischen Architekten Riken Yamamoto endlich der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Foto: David Baer

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