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Missstände bei den Velokurieren

In der Branche der Velokuriere wird heftig über die «skandalösen» und «ausbeuterischen» Arbeitsbedingungen diskutiert. Während in Bern und Genf Massnahmen ergriffen wurden, bezweifelt man in Zürich deren Wirksamkeit.

Grosse Mühen – wenig Lohn: Ein Velokurier im Schneetreiben in Zürich. (7. Dezember 2012)
Grosse Mühen – wenig Lohn: Ein Velokurier im Schneetreiben in Zürich. (7. Dezember 2012)
Keystone

Velokurier ist längst nicht mehr der coole Job der 90er-Jahre: Geld gibt es nur, wenn es Aufträge gibt – und diese nahmen in den letzten Jahren immer mehr ab. Folglich sinken auch die Löhne. Zahlreiche Velokuriere sind jedoch gemäss der Zeitung «Der Sonntag» nicht mehr länger bereit, diese Arbeitsverhältnisse zu akzeptieren.

Deshalb gibt es bei kleineren Betrieben alternative Lohnmodelle: Beim Velokurier in Bern wird das Geld einer ganzen Schicht unter den verschiedenen Fahrern gleichmässig aufgeteilt. So vermeidet man, dass einzelne Kuriere bevorzugt werden und mehr Aufträge erhalten. In Genf erhalten die Kuriere einen Mindestlohn von über 20 Franken pro Stunde. Wenn sie mehr Umsatz generieren, gibt es noch einen Zuschlag.

«Falsche Anreize»

Jacqueline Badran, Zürcher SP-Politikerin und Ex-Verwaltungsmitglied des grössten Zürcher Kuriers «Veloblitz», hält davon nichts, wie sie gegenüber dem «Sonntag» sagt: «Wir haben solche Modelle intensiv geprüft und gerechnet. Sie setzen falsche Anreize. Einzelne Kuriere nehmen dann keine schweren Aufträge mehr an, bei denen sie zum Beispiel den Berg hochfahren müssen.»

Diese Haltung findet Fritz Gurtner, Leiter des Sektors Logistik und Mitglied der Geschäftsleitung der Gewerkschaft Syndicom, «skandalös». Er sagt: «Wir werden eine solche Ausbeutung bestimmt nicht mehr akzeptieren.» Deshalb erarbeite man momentan einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für Kuriere aus.

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