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Mit Bürste und Lappen im Einsatz

Herrliberger Politiker und Kirchenvertreter haben am ökumenischen Suppen- und Erlebnistag Schuhe geputzt. Doch nur wenige nahmen das Angebot in Anspruch.

Von Maria Zachariadis Herrliberg &endash Es sollte ein Gag sein. So formulierte es die Herrliberger Schulpräsidentin Annette Konrad (SVP), die um die Mittagszeit zu ihrem Einsatz schritt. Sie war eine von vier Behördenmitgliedern der Gemeinde, die freiwillig Bürste und Wichse in die Hände nahmen, um staubiges Schuhleder wieder auf Hochglanz zu bringen. Vorerst stand sie &endash eine Schürze umgebunden &endash untätig in einer Ecke der Sporthalle Langacker. Lange Reihen mit gedeckten Tischen liessen vermuten, dass mit einer grossen Gästeschar gerechnet wurde. Immerhin war ein Suppentopf voll Minestrone für 120 Personen gekocht worden. Daneben hatte die Küchencrew auch noch ein Pastamenü und viele Kuchen vorbereitet. Der Suppentag der beiden Kirchgemeinden hat in Herrliberg Tradition. Mit dem Erlös werden zwei Projekte der ökumenischen Entwicklungshilfe unterstützt. Am Samstag war er erstmals um den Bereich Erlebnis erweitert worden. Neben dem Mittagessen standen Verkaufsstände bereit, und es gab Bastel- und Spielmöglichkeiten für Kinder. Auch die Schuhputzaktion war erstmalig. In Südamerika zugeschaut Schulpräsidentin Konrad kam nach etwas Warten doch noch zum Schuheputzen. Die reformierte Pfarrerin Ruth Brechbühl vertraut ihr die Schuhe an. Auf dem zweiten Hocker nahm der reformierte Kirchenpflegepräsident Jürg Meier Platz und streckte seine schwarzen Halbschuhe dem Gemeindepräsidenten Walter Wittmer (parteilos) hin. Wittmer konnte sich bei der Gelegenheit für seinen späteren Einsatz «einbürsten», wie er mit Humor kommentierte. «Ich weiss, wies geht», frohlockte Wittmer und griff zur Tube mit schwarzer Wichse. Er habe in Südamerika den Schuhputzjungen lange zugeschaut und sich die Handgriffe gemerkt, sagte er. Zudem putze er seine Schuhe immer noch selber. Während das Gemeindeoberhaupt die gewichsten Schuhe zuerst mit der Bürste zum Glänzen brachte und anschliessend noch mit einem Lappen in raschen Hin-und-her-Bewegungen polierte, meinte er zu Jürg Meier: «Unsere Aktion hat doch etwas Symbolisches, wenn ich an die biblische Waschung der Füsse denke.» Es wäre Wittmer mit dieser Demutshaltung zu wünschen gewesen, dass er bei seinem Einsatz mehr Zulauf erhalten hätte als seine Vorputzer. Vielleicht wäre es besser gewesen, die Schuhputzecke beim Halleneingang zu platzieren, damit ihn die Gäste gleich beim Eintreffen wahrgenommen hätten.

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