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Mit dem Putzen von Fenstern in der Berufskunde glänzen

Zwei Schüler der Berufswahlschule haben vier Tage lang die Fenster in Bülachs Familien wieder auf Vordermann gebracht. Der Erlös geht an die Krebsliga.

Bülach - Am Ende strahlten sie alle sieben: die fünf Fenster, die, ergraut, wieder zu jugendlichem Glanz fanden, und die zwei jungen Männer, die für diesen Wandel verantwortlich waren.

Innerhalb von vier Tagen, wischten und rubbelten der 16-jährige Aleksander Zorbic und der 17-jährige Denis Wittwer die Fenster von Bülacher Haushalten blitzeblank. Einen Lohn wollten die beiden Schüler der Berufswahlschule Bülach nicht - aber eine Spende zugunsten der Krebsliga Schweiz. So sah es ihr Konzept vor.

Das Konzept, das das Kürzel PV trägt und «Persönliches Vorhaben» heisst, ist ein Grundpfeiler im Berufskundeunterricht, erklärt ihr Klassenlehrer Silvan Dermont. Innerhalb eines halben Jahres muss jeder Schüler der zehnten Klasse ein eigenes Projekt erdacht, geplant und ausgeführt haben. Anschliessend folgt die Dokumentation und die Präsentation. Erst dann wird das «Persönliche Vorhaben» zur erledigten Akte. «Da kommt noch einiges auf uns zu», stöhnt Aleksander. Während Denis selbstkritisch bemerkt: «Ich glaube, wir haben die Arbeit eines solchen Projekts unterschätzt.»

Halb so schlimm, findet ihr Lehrer. Für ihn ist diese Erkenntnis genauso wichtig wie der erfolgreiche Ausgang des Projekts. «Learning by doing wird stets zur prägenden Erfahrung», sagt er.

Kaum Resonanz auf Werbung

Ihre Werbeaktion werden die beiden Schüler wohl nicht so schnell vergessen. Auf über 500 Flyer, die sie einen Monat vorher in die Bülacher Briefkästen warfen, informierten sie die Bevölkerung von ihrem Angebot und baten um Anmeldung. Am Ende meldeten sich sechs Familien. «Wir hätten wohl besser die Leute direkt angesprochen und ihnen den Zettel in die Hand gedrückt», sagt Denis. Aber letztendlich seien die Familien alle sehr grosszügig gewesen. Zwischen 50 und 100 Franken spendete jede von ihnen.

«Super!», strahlt Aleksander, während sein Freund eine Schnute zieht. «Ich habe eine Wette gewonnen», klärt Aleksander mit Blick auf Denis’ Grimasse auf. Während Denis glaubte, maximal 300 Franken einzunehmen, war sein Partner optimistischer. «Sonst lohnt es ja gar nicht. Wir wollen einen grossen Betrag spenden», sagt Aleksander und fügt leise hinzu: «Schliesslich sollen vor allem krebskranke Kinder schöne Momente erleben und wieder lachen können.»

Aleksander blickt zur Seite. Sein Freund und Klassenkamerad erkrankte in der Primarschule an Leukämie und kämpft bis heute dagegen. «Es geht ihm besser, aber leicht war das nicht - für niemanden», sagt der 16-Jährige. Denis nickt nur kurz, murmelt von einer Krebserkrankung in der Familie und verstummt.

Das Abc des Fensterputzens

Lieber spricht er davon, dass er Fensterputzen mittlerweile nicht mehr so schlimm finde. Jetzt, nachdem er Nachhilfe von Aleksander bekommen habe. Dieser kichert. «Na, wenn man im Kreise wischt . . .» - «dann sieht man nach dem Putzen noch weniger als vorher», ergänzt Denis.

Seine Vorbereitung bestand darin, Glasreiniger und fusselfreie Tücher zu besorgen. Während sich sein Kamerad von seiner Mutter in die Kunst des Putzens einweihen liess. Gibt es ein Geheimnis? «Immer schön gleichmässig von oben nach unten putzen. Und an den Schmutzstellen ein wenig mehr andrücken», sagt Aleksander nach einigem Überlegen.

Und ihre Lehre aus dieser Aktion? «Früher mit dem Planen anfangen, Werbung nicht unterschätzen und keine Angst mehr vor schmutzigen Fenstern haben», sagen beide unisono.

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