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Mit gestohlenen Karten getankt

Ein 31-jähriger Kosovare hat im Unterland illegal Benzin beschafft und verkauft.

Dielsdorf - Der in einer Unterländer Gemeinde lebende Kosovare ging in allen 24 Fällen etwa gleich vor: Er stieg in einen Lieferwagen, entwendete die Tankkarte und notierte sich den dazugehörenden Code. Manchmal waren die Türen unverschlossen, manchmal brach er sie gewaltsam auf. Karte und Code fand er häufig unter der Sonnenblende oder im Handschuhfach.

Später bestellte er telefonisch Bekannte an verschiedene Tankstellen im Zürcher Unterland und liess ihre Fahrzeuge zum halben Preis mit Benzin füllen. Er kassierte die Beträge bar oder beglich damit seine Schulden. Sie betrugen rund 100 000 Franken, sagte sein Verteidiger bei der gestrigen Verhandlung am Bezirksgericht Dielsdorf.

Mit seinem Handel konnte der Angeklagte zwischen August 2008 und Mai 2009 nur einen Teil seiner Schulden begleichen. Seine Geschäfte brachten ihm rund 8000 Franken ein. Benzin hatte er für gut 15 000 Franken bezogen.

Dabei hätte es weitaus weniger sein können. Die Polizei nahm ihn im Oktober 2008 auf Verdacht fest, liess ihn aus Mangel an Beweisen jedoch wieder frei. Als ihn der Richter fragte, wieso er trotz der Festnahme weitergemacht habe, antwortete der Angeklagte knapp: «Ist einfach passiert.»

Die Staatsanwaltschaft forderte für die Vergehen eine bedingte zweijährige Freiheitsstrafe sowie eine Busse von 1000 Franken bei einer Probezeit von vier Jahren. Unwiderruflich bezahlen muss der Angeklagte jedoch eine Geldstrafe in der Höhe von 300 Franken. Diese hat er sich eingehandelt, weil er im November mit dem Auto seiner Freundin nach Rümlang fuhr - ohne Führerausweis und mit 1,7 Promille Alkohol im Blut. Nach dem Besuch im Klub Rinora rasierte er bei einem gewagten Überholmanöver einen Leitpfosten. Den Unfallort verliess er, noch bevor die Polizei eintraf.

«Dem Täter leicht gemacht»

Im Leben des Angeklagten, dessen Vater von Serben hingerichtet worden sei, habe ein Chaos geherrscht, sagte der Verteidiger. Als sein Mandant vor gut zehn Jahren in die Schweiz einreiste, seien Eheprobleme hinzugekommen. Er begann zu koksen, zu kiffen und über seine Verhältnisse zu leben.

Der Missbrauch der Karten sei nicht zu entschuldigen, sagte der Verteidiger in seinem Plädoyer, aber die Geschädigten hätten es dem Angeklagten auch leicht gemacht. Mit etwas mehr Vorsicht «hätte er die Taten nicht begehen können», so der Verteidiger.

Für seinen Mandanten forderte er eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten und eine Busse von 500 Franken. «Er ist geständig und bereut seine Vergehen. Er hat seit April eine Festanstellung als Hausabwart und kann seinen Lebensunterhalt nun selber bestreiten.» Ob dies das Gericht milde stimmte, blieb am Ende der Verhandlung offen. Es wird das Urteil schriftlich eröffnen.

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