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Mit Leidenschaft und Disziplin ans Ziel

Bettina Willi hat ihre ernährungspsychologische Praxis seit knapp vier Jahren im Grow in Wädenswil. Die Beraterin aus Rüschlikon geht in ihrem Einfraubetrieb voll auf.

Wädenswil - Das kleine Büro von Bettina Willi ist einfach eingerichtet. Ausser einem Regal, einem Tisch und drei Stühlen steht fast nichts im lichtdurchfluteten Raum. Nicht einmal ein Computer. Das ist typisch für Bettina Willi, die ihre ernährungspsychologische Praxis im Grow hat, der Gründerorganisation Wädenswil (siehe Kasten). In ihrer Praxis steht der Mensch im Mittelpunkt. Und die 44-jährige Unternehmerin mag es nicht, den ganzen Tag vor dem PC zu verbringen. Sie hat zwar eine kaufmännische Ausbildung, aber «die Arbeit im Büro hat mich nie befriedigt», sagt sie.

Die Eintönigkeit im Büroalltag war einer der Gründe, weshalb Willi sich 2003 dazu entschlossen hatte, ein Studium am Institut für Körperzentrierte Psychotherapie (IKP) in Zürich aufzunehmen. Den Wunsch, mit Menschen zu arbeiten, hat sie schon lange gehegt. Der Beruf als ernährungspsychologische Beraterin fasziniert Willi, weil sie so Menschen «auf einem Teil ihres Weges» begleiten dürfe. In dieser Form der Beratung werden die Hintergründe eines bestimmten Essverhaltens untersucht. Willi erarbeitet mit ihren Klienten individuelle Ziele, um eine möglichst dauerhafte Verhaltensänderung zu erreichen.

Bettina Willi aus Rüschlikon führt einen typischen Einfraubetrieb: Sie vermarktet sich selber, erledigt die administrativen Aufgaben und alles, was sonst anfällt. Weil sie so wenig Auslagen und Infrastruktur hat, war Willi noch nie auf finanzielle Unterstützung der Grow angewiesen.

Praxis als zweites Standbein

Vom Projekt Grow hat Willi durch ihre frühere Arbeitsstelle bei der Forschungsanstalt Agroscope Changins (ACW) in Wädenswil erfahren. «Ich finde das Projekt toll», sagt sie. Willi schätzt den Austausch mit anderen Unternehmern im Grow.

Die Ernährungsberaterin hat ihre Praxis im Oktober 2006 direkt nach ihrem Abschluss eröffnet. Seither arbeitet sie diszipliniert auf ihr Ziel hin: Sie will später von ihrer Praxis leben können. Momentan verdient Willi ihren Lebensunterhalt hauptsächlich am Ausbildungsinstitut IKP, wo sie mit einem 80-Prozent-Pensum angestellt ist. Für ihre Praxis arbeitet sie rund 30 Prozent.

Noch «europatauglich»

Ganz neu war die Selbstständigkeit für die Rüschlikerin nicht: 1990 hatte sie mit ihrem Lebenspartner in Südafrika eine Sprachschule aufgebaut und lange in Kapstadt gelebt. Doch mit der Schweiz vergleichen könne man das nicht. In Südafrika sei alles lockerer, weniger «paragrafenlastig». Zurückgekehrt sind sie und ihr Lebenspartner 2001, weil sie testen wollten, ob sie noch «europatauglich» seien. «Viele Europäer können irgendwann nicht mehr zurück, weil sie sich so an das andere Leben gewöhnt haben», sagt Willi. Doch sie fühle sich in der Schweiz mehr zu Hause als in Südafrika.

Die Rückkehr und der Sprung in die Selbstständigkeit haben sich für Bettina Willi ausgezahlt. Sie ist mit der Entwicklung der Praxis zufrieden, auch wenn die Wirtschaftskrise auch an ihr nicht spurlos vorbeigegangen ist. «Die Leute kamen weniger häufig zur Beratung oder zogen klassische Ernährungsberater vor, da die Krankenkasse da alles übernimmt», sagt sie. Doch mittlerweile läuft es wieder besser. Bettina Willi sieht der Zukunft gelassen entgegen. Sie hat ihr Ziel stets vor Augen und verfolgt dieses diszipliniert und leidenschaftlich. www.balancefood.ch Ernährungsberaterin Bettina Willi setzt auf Psychologie und analysiert das Essverhalten ihrer Patienten. Foto: P. Gutenberg

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