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Mit offener Moschee gegen Vorurteile

Nur zwanzig Wädenswiler haben sich am Samstag durch die türkische Moschee führen lassen. Beim Freitagsgebiet herrscht hier grosser Andrang.

Die einzigen beiden Moscheen im Bezirk Horgen befinden sich in Wädenswil. Die Moschee des Türkisch-Islamischen Kulturvereins ist an der Florhofstrasse 7 eingemietet. Die Albanisch-Muslimische Gemeinde betet seit 2005 in einer eigenen Moschee im Untergeschoss eines Mietshauses an der Seestrasse 159. (rio) Von Mario Wittenwiler Wädenswil – Nur ein Kursi – das Vorlesungspult für den Imam – und eine Mimbar – die Kanzel – machen deutlich, dass man sich in einer Moschee befindet. Im Wohnhaus an der Florhofstrasse 7 in Wädenswil ist der Türkisch-Islamische Kulturverein des Bezirks Horgen seit zwölf Jahren eingemietet. Am Samstag führte die Organisation in Wädenswil zum vierten Mal einen Tag der offenen Moschee durch. «Vor einem Jahr besuchten uns viel mehr Leute. Die Anti-Minarett-Initiative sorgte damals für das grosse Interesse», vermutet der Präsident des Vereins, Emre Özdemir. Ein Minarett besitzt die Wädenswiler Moschee nicht. Und braucht sie auch nicht, wenn man den Ausführungen von Özdemir folgte: «Ein Minarett dient unter anderem dazu, dass Gläubige den Weg zur Moschee finden können. Heute, wo praktisch jeder ein iPhone hat, ist es für mich nicht mehr zwingend.» Neue Heimat gesucht Nach einigen generellen Ausführungen von Özdemir zum Thema Islam konnten die Besucher am Samstag einer Koran-Rezitation und einem Gebetsruf von Imam Taha Yilmaz lauschen. An einem Freitagsgebet, für Muslime das wichtigste Gebet der Woche, drängen sich bis zu 100 Gläubige in der Moschee. Fünfmal am Tag betet der Imam für die Gläubigen vor. Gebetet wird auf Arabisch. Die Predigten hält Yilmaz auf Türkisch. «In der Deutschschweiz geht der Trend hin zu Predigten auf Deutsch», erklärte Özdemir. Steht der Imam in Wädenswil auf der kleinen Kanzel, werden seine Gebete über eine Videokamera in den oberen Raum übertragen, wo die Frauen beten. Jeweils freitags sei der Andrang an Gläubigen aber so gross, dass man auf die Geschlechtertrennung keine Rücksicht nehmen könne. «Wir suchen schon seit zehn Jahren nach einem neuen Daheim», sagte Emre Özdemir. In Thalwil hatte der Verein die Zusage für einen Raum im Gewerbe- und Kulturzentrum. «Der Kaufvertrag war bereits unterschrieben. Im letzten Moment machte der Verkäufer einen Rückzieher», sagt der Muslim. Verständlicherweise seien er und seine Vereinskollegen masslos enttäuscht gewesen. Özdemir sagte: «Aus Angst und Unwissen begegnen uns manche Personen mit Ablehnung. Begegnungen wie an einem Tag der offenen Moschee helfen, Vorurteile abzubauen.»

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