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Modellbahnfans pilgerten nach Glattfelden

Zum 20. Mal öffneten die Modellbahnfreunde Glattfelden ihre Anlage. Der Anlass liess nicht nur die Kinderherzen höher schlagen.

Glattfelden. - Lieblich eingebettet zwischen Hügeln und Sträuchern befindet sich in Glattfelden auf 6500 Quadratmetern Fläche eine der grössten Modellbahnanlagen der Schweiz. Dass hier Perfektionisten am Werk sind, welche die Liebe zum Detail pflegen, davon konnten sich am Wochenende am «Tag der offenen Barriere» Hunderte von Schaulustigen überzeugen. Fauchend und pfeifend drehten die Dampfloks aus der «Belle Epoque» ihre Runden auf der 1250 Meter langen Strecke mit Brücken und Tunnels, im Schlepptau stets vollbesetzte Wagen mit strahlenden Kindern. Manch einem Erwachsenen hüpfte das Herz, und viele sehnten sich beim Anblick dieser Modelle wohl noch einmal in ihre Kindheit zurück.

Pläne von Hand umgezeichnet

Erwin Oetiker, Präsident des Vereins pflegt sorgfältig seinen «Elefanten», die Gottharddampflokomotive C 5/6, welche bis November 1968 im Schnellzug- und Güterverkehr auf der legendären Strecke ihren Dienst leistete. Für heute sei Schluss, jetzt habe seine Lok eine Pause verdient, meint Oetiker schmunzelnd und bläst mit Druckluft den restlichen Kohlestaub aus dem Inneren. Sein «Elefant» verbraucht etwa 8 Liter Wasser, und pro Runde müsse er zweimal Kohle nachschaufeln. Wie der Name verrät, vermag das Modell ein Gewicht von einer Tonne ziehen.

Oetiker und sein Kollege haben die Originalpläne von Hand in den Massstab 1:11,25 umgezeichnet. Viele Teile sind Einzelanfertigungen, andere Details, etwa Lämpchen oder Ventile sind im Handel erhältlich. «Bei der Steuerung mussten wir gewisse Kompromisse eingehen», erklärt Oetiker. Ansonsten funktioniere die Dampflok genau gleich wie das Original.

Die Arbeitsstunden, die Oetiker und sein Eisenbahnkollege für den Bau der drei Dampfloks mit ihren Kohletendern aufwendeten, lassen sich nur schwer beziffern. «Etwa 6000 waren es sicher», schätzt er. Doch das «Eisenbähnler-Hobby» geht ins Geld. 50 000 bis 60 000 Franken kostet eine solche Lokomotive, und dies mag ein Mitgrund sein, dass der Nachwuchs fehlt.

«Doch vielleicht weckt ja genau ein solcher Anlass das Interesse», hofft Philippe Perrin. Aus Personalgründen ist die Modellbahnanlage für das Publikum nur an einem Wochenende im Jahr offiziell geöffnet. Über die SMS-Nummer 8400 können die Glattfelder Modellbahnfreunde aber eine Meldung hinterlegen, wenn ihre Züge bei gutem Wetter auch unter dem Jahr einmal über die Strecke rollen.

Auf der 1250 Meter langen Strecke kamen Jung und Alt voll auf ihre Kosten.

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