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Murphy mochte keine Gummi-Enten fischen

Muskulöse Schäfer, kläffende Yorkshire Terrier und grazile Dalmatiner nahmen am Hunde-Military in Uster teil. Mit von der Partie war auch ein 12-jähriger Hirtenhund.

Von Rita Stocker Uster – Beim Hunde-Military des Vereins Hundesport Uster und Umgebung wird weder stramm gestanden, noch ein fiktiver Feind bekämpft. Der irritierende Name steht für einen Plauschparcours für Hundehalter und ihre vierbeinigen Lieblinge. Es gilt, eine markierte Strecke von rund zehn Kilometern abzulaufen und dabei acht Posten mit Aufgaben für Hund und Halter zu bewältigen. Die Streckenzeit spielt keine Rolle – für die Rangliste zählen lediglich die erreichten Punkte an den diversen Posten. Teilnehmen können Halter mit Hunden ab dem ersten Lebensjahr. Ob Yorkshire Terrier, Labrador-Mischling oder Vollblut-Dobermann – die Rasse ist egal. Die Autorin machte mit ihrem 12-jährigen, holländischen Hirtenhund Murphy erstmals an einem Military mit. Dem langhaarigen Senior – auf Menschenjahre umgerechnet wäre Murphy bereits 84 Jahre alt – war es zu Beginn des Parcours nicht geheuer. Warteten doch beim ersten Posten neben ihm muskulöse Schäferhunde, gedrillte Border Collies und vorlaut kläffende Dackel auf ihren Einsatz. Auch seinem Frauchen war ein wenig mulmig zumute. Befürchtete ich doch, dass ich mich als «Laie» mit meinem eigensinnigen Senior vor all den ausgebildeten Hundesportlern blamieren könnte.Doch die Unsicherheiten waren nach den ersten beiden erfolgreich absolvierten Übungen verflogen. Von maximal je 20 Punkten haben wir zweimal deren 15?erreicht, und mit dem gewonnenen Selbstbewusstsein erhob sich auch Murphys Rute, die er zu Beginn ängstlich zwischen die Hinterläufe geklemmt hatte.Indes folgte schon beim dritten Posten das klägliche Versagen. Dort waren an einem Seil Glöckchen befestigt. Die Hunde mussten einmal darüberspringen und einmal untendurch kriechen – ohne dass es bimmelt. Zum Springen war Murphy in keiner Art und Weise zu überreden, untendurch schaffte er es; leider hats geklingelt. Auch der nächste Posten war ein Desaster. Aus einem Kessel mussten die Hunde acht Gummitiere fischen. Murphy ignorierte das Spielzeug und stillte lediglich seinen Durst. «Es kann nur noch besser werden», dachte ich auf dem Weg zum nächsten Posten und sollte mich täuschen. Denn dort musste Frauchen ein Lied singen und den Hund so zum Bellen bringen. Ein paar Punkte gabs, weil ich mutig vor dem Preisrichter meinem Hund «Happy Birthday» ins Ohr jaulte. Doch anstatt zu bellen, zog dieser es vor, diesen Ort des Schreckens zu verlassen.Bis Redaktionsschluss war die Rangliste noch nicht bekannt. Doch mit 106 von maximal 180 Punkten sind Murphy und ich wohl irgendwo im Mittelfeld platziert. Wie bei den Olympischen Spielen ist beim Military vor allem das Mitmachen der grosse Gewinn. Der gut markierte Parcours führte bei schönstem Frühlingswetter durch Wälder und entlang satter Frühlingswiesen und idyllischer Bäche. Etwa in der Mitte der Strecke, auf dem Hof von Gustav Brunner in Sulzbach, konnten sich die rund 400 Teilnehmer mit ihren Vierbeinern verköstigen und Gleichgesinnte beschnuppern. «Ein paar Punkte gabs, weil ich mutig vor dem Preisrichter meinem Hund ‹Happy Birthday›ins Ohr jaulte.» Der 12-jährige Murphy von Frauchen Rita Stocker hatte Durst – nach Spielen stand ihm nicht der Sinn. Foto: Beatrice Zogg

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