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Negativspirale dreht sich auch in der Heimat weiter

Mit Alexander Sadecky ist die Zürcher Hoffnung am Züri-Oberland-Open in Wetzikon schon in der ersten Runde ausgeschieden. Es fehlt ihm derzeit an Selbstvertrauen.

Er sucht keine Entschuldigungen, sondern lediglich eine Erklärung für seine Niederlage. Diese Aufgabe stellt Alexander Sadecky jedoch vor Probleme. «Mit wenig Selbstvertrauen ist es nie einfach», sagt er schliesslich etwas ratlos und schiebt einen Satz nach, der seine aktuelle Baisse auf den Punkt bringt: «Ich weiss momentan nicht mehr, wie ich Machtes gewinnen kann.»

Den jüngsten Beweis lieferte der 22-Jährige am Montagabend in der ersten Hauptrunde des Züri-Oberland-Open in Wetzikon. Der an diesem Future-Turnier an Nummer 2 gesetzte NLA-Interclub-Spieler der Grasshoppers unterlag Raphael Lustenberger (Ebikon), mit dem er regelmässig im Leistungszentrum von Swiss Tennis in Biel trainiert, mit 6:7, 6:4, 2:6. Sadecky steht im ATP-Ranking auf Position 349, sein Kontrahent auf Platz 1321. Wie schnell fehlendes Selbstbewusstsein auf dem Court die vermeintliche Überlegenheit zunichte macht, zeigte bereits der erste Durchgang. Der Favorit vergab zwei Satzbälle und verlor das Tiebreak schliesslich mit 6:8. Obwohl Sadecky den zweiten Satz gewann, schaffte er die Wende nicht mehr.

Er hatte sich vorgenommen, mit seiner Teilnahme im Zürcher Oberland wieder das Siegen zu lernen: «Ich wollte die erste Runde überstehen und dann noch einige Spiele mehr gewinnen.» Zu seiner Enttäuschung setzte sich die Negativspirale der vergangenen Wochen jedoch fort.

Wundermittel gibt es nicht

Der Linkshänder hat in diesem Jahr noch an keinem Future-Turnier die erste Runde überstanden, an den Challengers in Frankreich und Serbien scheiterte er jeweils zu Beginn der Qualifikation. «Gut gespielt habe ich 2010 erst in Johannesburg», sagt er. Am ATP-Turnier in Südafrika fehlte ihm zum Sprung ins Haupttableau nur ein Sieg. Trotz der langen Durststrecke hat der Würenloser, der letzte Saison vier Future-Events für sich entschied, seine Zuversicht nicht verloren: «Ich trainiere gut, bin fit. Irgendwann kommt es wieder.» Sadecky befasst sich viel mit Sportpsychologie. «Ich nehme auch gerne Tipps an, auf dem Platz muss ich es aber selber richten. Ein Wundermittel gibt es nicht.»

Die Bestätigung folgte im gestrigen Doppel-Viertelfinal, den Sadecky und sein Partner Jeremy Blandin (Fr) gegen ein deutsches Duo verloren. «Das Doppel hat aber keinen Stellenwert für mich.» Stattdessen will Sadecky in der Einzel-Weltrangliste möglichst schnell in die Region um Position 270 vorstossen, damit er die Qualifikation für das French Open und Wimbledon bestreiten darf. Allerdings hat er im Frühling Punkte zu verteidigen, während er in den letzten Wochen eigentlich hätte Boden gutmachen können.

Die Chance, sein Konto quasi vor der Haustür aufzustocken, liess Sadecky ungenutzt. Er genoss es dennoch, für einmal in seiner Heimat antreten zu können. «Es ist schön, wenn Familie und Freunde zuschauen. Aber wenn ich schlecht spiele, hilft das auch nicht.»

1500 Zuschauer realistisch

Obwohl mit Sadecky der grosse Schweizer Hoffnungsträger der Männerkonkurrenz bereits die Segel streichen musste, zieht Veranstalter Mirko Grundl ein positives Zwischenfazit: «Wir sind auf gutem Weg, das Ziel von 1500 Zuschauern zu erreichen.» Abgesehen von den üblichen organisatorischen Problemen einer Premiere sei die Turnierwoche bisher einwandfrei verlaufen. Grundl hofft, dass das bis zu den Finalspielen am Wochenende so bleibt. Alexander Sadecky vergab im Erstrundenspiel einige Chancen. Foto: PD

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