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Neues Pflegeangebot im Esslinger Loogarten

Menschen, die an chronischen und unheilbaren Krankheiten leiden, werden nach den Grundsätzen der Palliativen Pflege behandelt.

Von Eduard Gautschi Egg – Die Palliativpflege wurde bisher meist nur in Spitälern angeboten, in Zukunft werden sich auch die Verantwortlichen in den Pflegeheimen damit befassen müssen. Im Loogarten hat man diesen Schritt bereits vollzogen. Dort wurde in den drei Pflegeabteilungen (63 Betten) und der Demenzabteilung (21 Plätze) konzeptionelle und fachlich fundierte Palliativpflege eingeführt. Das Loogarten ist damit weit herum eines der ersten Heime, die diesen Pflegebereich professionell abdeckt. «Der Entschluss, diesen Schritt zu vollziehen, wurde vor einem Jahr gefasst», sagt Geschäftsleiter Karl Oberhauser. Dass es ein Schritt in die richtige Richtung war, zeigte sich wenige Monate später im Herbst 2010: Bund und Kanton äusserten die Absicht, schweizweit die Einführung von Palliativpflege «in den Einrichtungen des Gesundheitswesens zu forcieren». Zusammenarbeit mit Ärzten Die Einführung der Palliativpflege in Esslingen war mit einiger Arbeit verbunden. «Wir haben ein Konzept erarbeitet. Wir mussten Instrumente schaffen, um die Symptome zu erfassen, und wir mussten die Mitarbeitenden schulen», sagt Oberhauser. Die Symptome müssen systematisch erfasst werden, damit die Behandlungsmethode festgelegt werden kann. Anschliessend gilt es, den Erfolg der Behandlung zu beurteilen und sie wenn nötig anzupassen. Bei der Behandlung der Patienten ist eine enge Zusammenarbeit mit den Ärzten die Regel. «Oft geht es um die Linderung von Schmerzen. Medikamente müssen verabreicht werden. Das aber ist Sache der Ärzte», sagt Oberhauser. Der Entscheid, Palliativpflege im Loogarten einzuführen, ist deshalb vorgängig mit den Ärzten der Region abgesprochen worden. Das Echo ist positiv gewesen. «Sie unterstützen unsere Bemühungen aktiv», sagt Oberhauser. Nicht nur die Ärzte werden in den Prozess eingebunden. «Es handelt sich um eine interdisziplinäre Angelegenheit, Physiotherapeuten, Angehörige, Seelsorger und andere Fachpersonen werden am Prozess beteiligt.» Sie alle trügen ihren Teil dazu bei, dass die Lebensqualität des von der Krankheit betroffenen Menschen bestmöglich erhalten und er würdevoll behandelt werde. Die spirituelle Seite spielt in diesem Prozess laut Oberhauser ebenfalls eine grosse Rolle. Angehörige einbeziehen Bei der Schulung der Mitarbeitenden sei ihnen das Leitbild des Alters- und Pflegeheims wie auch das Motto «Lebensqualität im Alter», unter dem das Heim geführt wird, entgegengekommen. Die Mitarbeitenden haben laut Oberhauser keine Probleme gehabt mit der Schulung und der damit verstärkten Ausrichtung des Fokus auf den Patienten. Bei der Palliativpflege gehe es vor allem darum, den Gast als eigenständiges Wesen gesamtheitlich wahrzunehmen. Ihn aktiv in die Entscheidungen einzubeziehen und bewusst auf ihn zuzugehen. Nur so könne sichergestellt werden, dass er die bestmögliche Behandlung erhält. Oberhauser sagt: «Wir behandeln die Patienten so, wie wir selbst gerne gepflegt und behandelt werden möchten.» Ein erfolgreiche Pflege ist nur möglich, wenn eine aktive Zusammenarbeit von allen stattfindet. Nicht vernachlässigt werden dürften in diesem Prozess die Angehörigen. Auch sie würden leiden, schwanken zwischen Wut, Trauer und Hoffnungslosigkeit, sagt Oberhauser. Unter Palliativpflege ist «das Lindern eines fortgeschrittenen Leidens» zu verstehen, bei «begrenzter Lebenserwartung». Auch wenn eine Krankheit nicht geheilt werden kann, soll erreicht werden, dass die Lebensqualität des betroffenen Menschen in hohem Masse erhalten bleibt. Es geht darum, ihn würdevoll zu behandeln, zu pflegen und zu begleiten. Palliative Pflege ist lebensbejahend und akzeptiert den Tod als Teil des Lebens. Die Palliativpflege ist ein strukturierter und bedürfnisorientierter Pflegeprozess, dessen Verlauf aktiv durch die Wünsche, Bedürfnisse, Möglichkeiten und die subjektive Wahrnehmung des Pflegebedürftigen und nicht durch die Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Pflege bestimmt wird. Im Vordergrund steht dabei oft die Linderung von Schmerzen. (gau)www.loogarten.ch

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