Zum Hauptinhalt springen

Nürensdorf will weg vom Spital Bülach

Die Gemeinde Nürensdorf bereitet den Austritt aus dem Zweckverband Spital Bülach vor. Sie mag das finanzielle Risiko nicht länger mittragen.

Von Bodo Lamparsky Nürensdorf/Bülach &endash Der Kanton ist für die Akutspitäler zuständig, die Gemeinden sind für die Langzeitpflege verantwortlich. So wollen es neue Gesetze ab 2012. «Wir sehen deshalb keinen Grund mehr, Miteigentümer eines Spitals zu sein», sagt der Nürensdorfer Gemeindepräsident Franz Brunner (FDP). Die Spitäler erhalten mit den neuen Fallpauschalen künftig auch Kantonsgelder, um ihre Investitionen zu finanzieren. Ein allfälliges Defizit aus dem Spitalbetrieb bleibt aber weiterhin an den Gemeinden hängen. «Das hat der Kanton schlau gemacht», ärgert sich Brunner. «Der Kanton lässt sich seine Beiträge als rückzahlungspflichtige Darlehen verzinsen, und wir sollen das Risikokapital zur Verfügung stellen. So geht das doch nicht!» Brunner plädiert für eine Aktiengesellschaft als Rechtsform für den Spitalbetrieb. Der Zweckverband hat seiner Meinung nach ausgedient. Zu beurteilen, welche Leistungen, Ausbauten und Betriebsausrüstungen nötig und wirtschaftlich seien, übersteige schon längst die Sachkompetenz gemeindlicher Amtsträger. Zudem liege Bülach für Patienten aus Nürensdorf, die sich vorrangig in Winterthur oder Zürich behandeln liessen, weit ab vom Schuss. Die Gemeindeversammlung wird am 23. November über das Kündigungsbegehren abstimmen. Gratis ist der Austritt nicht. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Jahre. Im dümmsten Fall müsste die Gemeinde bereits gesprochene Investitionsbeiträge von 382 000 Franken abschreiben.Die Bülacher Spitalleitung versucht mit einer Statutenänderung, die 35 Zweckverbandsgemeinden bei der Stange zu halten. Ihre Beteiligungen sollen neu bei einem Austritt ebenfalls in rückzahlungspflichtige Darlehen umgewandelt werden. «Man verliert also gar nichts, wenn man jetzt mal ein, zwei Jahre abwartet», sagt Spitaldirektor Tugrul Kircali. Im Kanton Zürich werden gegenwärtig noch fünf Spitäler von Zweckverbänden geführt. Die Gemeinde Regensdorf hat ihre Scheidung vom Spital Limmattal bereits vollzogen. Oetwil am See plant den Ausstieg aus dem Spital Männedorf (TA vom Donnerstag). Dort soll eine gemeinnützige Aktiengesellschaft den Zweckverband ersetzen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch