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Nur noch Zeit für die Lions

Die Länderspiel-Pause im Eishockey kommt dem neuen ZSC-Lions-Assistenten Henryk Gruth gerade recht. Der Trainer der GCK-Elite-Junioren ist seit drei Wochen einer Doppelbelastung ausgesetzt.

Von Etienne Wuillemin Als die ZSC Lions vor drei Wochen Headcoach Colin Muller entliessen, standen sie vor einem Scherbenhaufen. Die Mannschaft hatte kein Konzept, schoss keine Tore und verlor zuletzt gar zwei Mal in Serie gegen die Lakers. Es war Zeit für einen Neuanfang, und da erinnerte sich CEO Peter Zahner an einen Altbekannten in der ZSC-Organisation: den langjährigen Verteidiger und Nachwuchstrainer Henryk Gruth. «Wir mussten jemanden haben, der die Trainings leitete, solange Bengt-Ake Gustafsson noch auf dem Weg in die Schweiz war», erklärt Zahner. Schliesslich kam Gustafsson doch noch rechtzeitig auf das erste Training nach Mullers Entlassung, Gruth blieb trotzdem – als Assistent. «Die Arbeit der beiden ist gut angelaufen, deshalb belassen wir es so», sagt Zahner. Gruth sei ein ausgewiesener Ausbildner und kenne alle jungen Spieler. Nicht lange überlegt Gruth selbst überraschte es, dass das Management des Stadtklubs an ihn herantrat. Er konzentrierte sich in den letzten Jahren ganz auf seine Arbeit bei den Junioren und als Ausbildungschef in der Lions-Organisation. Dennoch musste er nicht lange überlegen, als er das Angebot als ZSC-Assistent erhielt. «Wenn mein Klub, bei dem ich früher lange gespielt habe, ruft, dann helfe ich mit meiner Erfahrung gerne», sagt der 53-jährige Pole. Ein Problem gab es aber gleichwohl zu lösen. Denn Gruth ist auch (erfolgreicher) Trainer der Elite-Junioren der GCK Lions. Im Frühling wurden die jungen Löwen Meister, in dieser Saison führen sie die Tabelle bereits wieder mit vier Punkten Vorsprung auf die Kantonsrivalen Kloten Flyers an. Und Gruth sagt: «Ich kann und will meine Junioren nicht im Stich lassen. Ich möchte fortführen, was ich in den letzten vier Jahren aufgebaut habe.» Aus diesem Grund suchten die Lions einen Weg, damit die Doppelbelastung für Gruth zumutbar ist. Drei Spiele in drei Tagen CEO Zahner erklärt: «Wir haben genug personelle Ressourcen, um Gruth von gewissen Aufgaben entbinden zu können.» Konkret gibt Gruth beispielsweise die internen Trainerweiterbildungen und Spezialtrainings ab. «Aber», betont Zahner, «unter diesen Voraussetzungen kann Gruth weiterhin Chef der Elite-Junioren bleiben.» Zwar gebe es in Zukunft gewisse Überschneidungen, was Trainings und Spiele betrifft, aber auch da steht interner Ersatz bereit. Trotzdem ist es naheliegend, dass Gruth in naher Zukunft nicht viel Zeit für sich haben wird. Der Vormittag gehört von nun an den Profis, der Abend dem Nachwuchs. Und auch die Wochenenden können intensiv werden. Ende Oktober coachte Gruth am Freitag die Junioren in Bern, am Samstag die Profis in Bern und am Sonntag wiederum das Elite-Team in Lugano. «Meine Frau fragt zurzeit häufig, wann ich das nächste Mal frei habe. Die Antwort ist leider einfach: nie», erzählt Gruth. Eine Ausnahme bildet, dank der Länderspiel-Pause, das kommende Wochenende. Langfristig sei ein solches Leben zwar keine Option, gibt Gruth zu, aber diese eine Saison beisse er sich durch. «Allein die vielen Punkte, die wir mit dem ZSC in den letzten Spielen gewonnen haben, sind Motivation genug.» Henryk Gruth (links) steht seit drei Wochen als Assistent ZSC-Trainer Bengt-Ake Gustafsson zur Seite. Foto: Mélanie Duchêne (EQ Images)

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