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Obergericht mildert Strafe für Fussball-Trainer

Provokationen und Schläge nach einem 4.-Liga-Fussballspiel in Kilchberg: Das Obergericht bestätigte den Schuldspruch gegen einen Trainer, reduzierte aber dessen Strafe.

Der Match zwischen dem FC Kilchberg-Rüschlikon und dem FC Blue Stars Zürich fand vor über zwei Jahren statt: am 24. September 2006. Das Datum ist insofern pikant, als es sich um den Tag der Fairness handelte. Dies hielt einen Zuschauer auf der Tribüne jedoch nicht davon ab, die Heimmannschaft mit üblen Schimpfworten zu beleidigen und zu provozieren. Er hörte erst damit auf, als Blue Stars Zürich kurz vor Schlusspfiff den Siegestreffer zum 2:1 schoss.

Mit der Fairness nahm es aber offensichtlich auch der damalige Trainer von Kilchberg-Rüschlikon nicht so genau. Das Bezirksgericht Horgen verurteilte ihn im Januar wegen Raufhandels und anderer Delikte zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 60 Franken (3600 Franken). Es schob die Strafe auf und setzte eine Probezeit von drei Jahren fest (der TA berichtete). Am Montag stand der Mann vor dem Obergericht des Kantons Zürich. Er hatte das Urteil der Vorinstanz weitergezogen, weil er sich nicht als Täter, sondern als Opfer bei diesem Raufhandel fühlte.

Er habe dem Provokateur auf der Zuschauertribüne im Anschluss an das Spiel sagen wollen, dass sein Benehmen nicht akzeptabel sei, sagte er am Montag den Richtern. Als er zu dem jungen Mann auf die Tribüne schreiten wollte, habe sich ihm aber ein anderer Anhänger des FC Blue Stars Zürich in den Weg gestellt. Er habe ihn weggestossen, um weitergehen zu können. Geschlagen habe er den Mann aber nicht, wie ihm die Anklage vorwarf. Am Montag vor Gericht war nur diese Handlung von Belang. Die Fortsetzung des Streits, in den weitere Männer eingriffen und bei dem mehrere Personen verletzt wurden, spielte keine Rolle. Nebst dem Trainer waren noch zwei Personen vom Bezirksgericht Horgen zu Geldstrafen verurteilt worden. Ihr Fall wurde am Montag aber nicht mehr verhandelt.

Der Verteidiger stellte den Trainer als Mann dar, der Ungerechtigkeiten nicht einfach durchgehen lässt. Es sei eine «gehörige Portion Zivilcourage» notwendig, um einen Provokateur wie den Blue-Stars-Anhänger zur Rede zu stellen. Der Verteidiger forderte einen Freispruch. Nicht der Trainer habe den Raufhandel provoziert, als er sein Gegenüber weggeschoben habe. Vielmehr waren es die Anhänger des gegnerischen Fussballclubs, die den Streit mit ihren Beleidigungen ausgelöst hätten.

Das Obergericht kam jedoch zu einem anderen Schluss. Als der Trainer den Blue-Stars-Anhänger geschlagen oder beiseite gestossen habe, sei der zuvor verbale Streit in eine tätliche Auseinandersetzung gekippt. Seine Handlung sei der Auslöser für den Raufhandel gewesen. Es könne offen bleiben, ob er den Gegner geschlagen oder «nur» weggestossen habe. In der aufgeheizten Stimmung habe er nämlich damit rechnen müssen, dass ein Eingreifen zu einem grösseren Streit eskalieren könnte. «Gerade von ihm als Trainer wäre ein anderes Verhalten zu erwarten gewesen», mahnte der Richter.

Keine Freiheitsberaubung

Das Obergericht bestätigte im Weiteren den Schuldspruch des Bezirksgerichtes Horgen wegen einfacher Körperverletzung. Der Trainer hatte seine frühere Ehefrau gestossen, als er sie zu der gemeinsamen Tochter nach Hause bringen wollte. Die alkoholisierte Frau stürzte jedoch und verletzte sich. Den Schuldspruch wegen Freiheitsberaubung der Ehefrau hob das Obergericht hingegen auf. Dies mit der Begründung, die Tat könne ihm nicht nachgewiesen werden. Das Obergericht reduzierte die Gesamtstrafe auf 40 Tagessätze zu 30 Franken (1200 Franken) und verkürzte die Probezeit auf zwei Jahre.

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