Architektonische Innovationen ausgezeichnet

Das Architekturforum Zürcher Oberland verlieh gestern Abend in Volketswil zum fünften Mal den Baupreis Zürcher Oberland. Sieben Oberländer Projekte erhielten eine Auszeichnung.

«Das Gebäude provoziert und fasziniert»: Dies das Urteil der Jury zum Solitärbau in Wetzikon.

«Das Gebäude provoziert und fasziniert»: Dies das Urteil der Jury zum Solitärbau in Wetzikon.

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Der Solitärbau im Zentrum von Wetzikon sticht vorbeifahrenden Auto- oder Velofahrern sofort ins Auge und wirkt wie ein Fremdkörper im Stadtbild. Die kubische Form und die allseitigen Erkerausbauten erinnern an futuristische Gebäude aus Science-Fiction-Filmen oder an das legendäre Gameboy-Spiel «Tetris». «Das Gebäude provoziert und fasziniert mit seiner radikalen Haltung», schreibt die Jury des Architekturforums Zürcher Oberland (afzo) in ihrer Beurteilung der architektonischen Leistung. Trotz der Auffälligkeit gebe der von der GKS Architekten + Partner AG aus Luzern entworfene Bau dem öffentlichen Stadtraum noch Platz zur Entwicklung. Es trete zudem in eine Beziehung mit den umliegenden grossen Gebäuden wie der Kirche und dem Schloss.

Gestern Abend kürte das Architekturforum Zürcher Oberland in der Bauarena Volketswil herausragende Leistungen im Planungs- und Bausektor mit dem «goldenen Nagel», dem Baupreis Zürcher Oberland. Neun Projekte – sieben davon aus der Region Oberland – erhielten die Auszeichnung. Unter den prämierten Bauten finden sich private Projekte, beispielsweise das genannte Wohn- und Geschäftshaus in Wetzikon, ebenso wie öffentliche, zum Beispiel die Mehrzweckhalle Bäretswil. «Die Werke sind ein Spiegel unserer kulturellen Gegenwart», sagt Marcel Solèr, Präsident des Architekturforums. «Mit der Auszeichnung wollen wir eine breitere Öffentlichkeit für gute Architektur und Umweltgestaltung sensibilisieren.» Weiter solle es die Leute dazu animieren, sich mit Architektur auseinanderzusetzen und auch über die eigenen Empfindungen zu diskutieren. «Wie Kunst ist Architektur subjektiv – jeder sieht ein Bauwerk mit anderen Augen. Deswegen soll auch der Baupreis keine objektive Bewertung sein, sondern eine Wahl der Jury.»

Gebiet ausgeweitet

Das Architekturforum Zürcher Oberland stellte auch dieses Jahr eine fünfköpfige Jury zusammen, welches die eingereichten Werke bewertete. Die Beurteilung fiel nach den Hauptkriterien wie Ortsbezug, Art und Weise der Umsetzung von politischen Ideen, Vorbildcharakter für Bauherrschaften oder differenziertes Einbringen von Materialien am richtigen Ort. «Für die Bauherren und Architekten soll der Preis eine moralische Unterstützung sein», erklärt Solèr. Und eine Ermutigung, Ideen trotz der teilweise schwierigen Vorschriften umzusetzen.

Für den Baupreis 2010 weitete das afzo das Gebiet für Bewerber aus – so konnten auch Projekte vom Pfannenstiel oder vom rechten Seeufer und Rapperswil eingereicht werden. Zudem verleiht das Forum den Baupreis nur noch im Dreijahresrhythmus – nicht mehr wie zwischen 2001 und 2007 alle zwei Jahre. Die Anzahl der Bewerbungen stieg so von 32 im Jahr 2007 auf 55 in diesem Jahr. «Wir sind froh, dass wir wieder mehr Bewerbungen hatten», sagt Marcel Solèr. Er verweist darauf, dass aber nicht nur die Anzahl der Bewerbungen eine Rolle für den Dreijahresrhythmus spielten, sondern auch die reduzierten Kosten sowie die Nachhaltigkeit. «Der Preis geriet in den vergangenen Jahren immer schnell in Vergessenheit – deswegen präsentieren wir dieses Jahr ein breiteres Angebot, das helfen soll, die Projekte im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.» Zum Angebot gehört ein Heft, in dem die 55 Projekte beschrieben werden, ein digitaler Führer als iApp für das iPhone, auf dem die Bauten nachgeschlagen werden können, sowie ein erweiterter Internetauftritt mit Bildern aller Projekte.

Die Überarbeitung des Parks beinhaltet neue Elemente wie die massiven Liegen aus Beton sowie eine interaktive Beleuchtung, die entlang der Wege eingbaut wurde. Dafür verantwortlich waren die Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten aus Zürich. «Es ist gelungen, eine grosszügig wirkende Anlage zu schaffen», schreibt die Jury des Architekturforums in ihrer Beurteilung. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.11.2010, 22:43 Uhr

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