Der längste Bahnviadukt der Schweiz

Nicht in den Alpen, sondern quer durchs Glattal führt die längste Bahnbrücke der Schweiz. Dafür waren aufwändige Neukonstruktionen nötig.

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100 Pfeiler wurden in den Boden gerammt, 9950 Kubikmeter Beton gegossen. Die 1209 Meter lange Brücke, die Wallisellen und Dübendorf verbindet, ist der längste Bahnviadukt der Schweiz – je nachdem, ob sie auch als solche gewertet wird: Die Glattalbahn, zu deren Netz die Konstruktion gehört, ist ein Zwitter aus Eisenbahn und Tram.

Zwar füärt sie nach dem Prinzip «Fahrt auf vortrittsberechtigte Sicht», die Sicherungssystem einer Eisenbahn hat sie nicht. Für eine Bahn spricht aber, dass sie ausschliesslich auf ihrem eigenen Trassee verkehrt. Hans G. Wägli, einer der profiliertesten Bahnexperten der Schweiz, wollte die Glattalbahn in der NZZ deshalb keiner Fahrzeuggattung zuordnen.

Ob Tram- oder Bahnviadukt, das Bauwerk ist ein ingenieurstechnisches Meisterwerk: Nachdem das Trassee beim Bahnhof Wallisellen parallel zu den SBB-Gleisen verläuft, steigt es empor und überquert die Schienen in einer Rechtskurve. Nach dem Stopp beim Glattzentrum überwindet der Viadukt die siebenspurige Autobahn, unterquert eine Autobahnausfahrt und überquert eine -einfahrt, führt weiter über die vierspurige Hauptstrasse und senkt sich schliesslich wieder bis zur Haltestelle Neugut.

Neukonstruktion gegen Verformungen

Nicht nur die Linienführung war eine Knacknuss. Besonders schwierig war für die Ingenieure die Kraftübertragung zwischen Gleis und Brückenbauwerk. Das Problem: Je nach Wetter verformen sich die verschiedenen Materialen unterschiedlich stark. Die Ingenieure entschieden sich für eine sogenannten feste Fahrbahn, die ohne Schotter auskommt.

Auf langen Brücken ist das für die Schweiz neu. Das Bundesamt für Verkehr bewilligte der Bau erst nachdem verschiedene rechnerische Nachweise gebracht und die Interaktionen zwischen Brücke und Gleisoberbau simuliert wurde. Die Abschnitte zwischen den Fugen, die Brücken vor Spannungsrissen bewahren, sind beim Viadukt besonders lang. Deshalb war gar eine Neukonstruktion nötig: Sogenannte Schienenauszüge fangen die Längsverschiebungen ab. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.12.2010, 15:11 Uhr

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