Fällander Kirchturm erhält Schalldämpfer

Das Geläut der katholischen Kirche Fällanden ist laut und disharmonisch. Eine Holzverschalung des Glockenturms soll nun für Wohlklang sorgen.

Leise Glocke: Kichenpflegepräsident Markus Zeier und Architekt Peter Brader mit dem Modell des verschalten Kirchturms.

Leise Glocke: Kichenpflegepräsident Markus Zeier und Architekt Peter Brader mit dem Modell des verschalten Kirchturms. Bild: Daniela Schenker

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Die Klagen kommen nicht etwa aus der Nachbarschaft, sondern von den Kirchgängern: Beim Warten auf den Gottesdienst müssen sich die Gläubigen auf dem Kirchplatz schon mal die Ohren zuhalten. Verschärft hat sich die Situation mit dem Bau des Alterszentrums Sunnetal. Die Wände des benachbarten Gebäudes überschlagen den Klang der Glocken und werfen ihn auf den Kirchplatz zurück. Neben dem Lärm plagt also auch noch die Disharmonie.

Geschenk des Himmels

Die neu gewählte Kirchenpflege hat sich nun des Problems angenommen. Dabei hat man schnell gemerkt: «Glockengeläut ist ein komplexes Thema», wie Kirchenpflegepräsident Markus Zeier sagt. Nicht nur, weil das Zürcher Oberland nach einigen einschlägigen Konflikten zwischen Kirche und Bevölkerung «glockengeschädigt» sei, sondern auch, weil die Kirche am Rande der Greifenseeschutzzone liege: «Da müssen zusätzlich zu den Menschen vor der Kirche auch noch die Vögel hinter der Kirche geschützt werden.» Verschiedene Varianten standen zur Debatte, von der Polsterung der Glockenklöppel bis zur Plexiglasscheibe. Keine vermochte zu überzeugen. Fast schon als Geschenk des Himmels bezeichnet Zeier deshalb den Umstand, dass Stefan Mittl seine Dienste anbot. Der Betriebsökonom und erklärter Glockenliebhaber machte der Kirchenpflege Mut. Nach einem halben Jahr Zusammenarbeit war klar: «Es gibt tragfähige Lösungen.»

Der Architekt plant selber

Der Kirchenpflege war es wichtig, dass eine solche Lösung mit dem Architekten der 1991 eingeweihten Kirche, Peter Brader, gesucht wird. Und dieser hat nun ein fertiges Projekt ausgearbeitet. Es sieht eine transparente Holzverschalung des Glockenstuhls vor.

«Ich habe die bestehende Architektur aufgenommen, sodass sich die neue Verschalung bestens ins Erscheinungsbild integriert», sagt Architekt Brader. Gemäss einem Akustikfachmann bringt die Verschalung eine Verringerung des Lärms bis zu zehn Dezibel. Dies wird vom menschlichen Ohr als Lärmhalbierung wahrgenommen.

Versammlung entscheidet

Über das Projekt, das mit der gleichzeitigen Sanierung des Flachdachs und einer neuen Beleuchtung 230'000 Franken kostet, wird an der Kirchgemeindeversammlung vom 30. Mai entschieden. Das entsprechende Baugesuch ist bereits in der heutigen Ausgabe des «Glattalers» publiziert.

«Damit wollen wir aber in keinem Fall einem Entscheid der Stimmberechtigten vorgreifen», erklärt Zeier. Würde man das Baugesuch erst nach der Versammlung einreichen, würde es nicht mehr für ein Bauende vor dem ersten Schneefall reichen, so der Kirchenpflegepräsident: «Wir verstehen die vorzeitige Baueingabe als Weitsicht und hoffen, dass die Versammlung dies goutiert.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.04.2011, 22:31 Uhr

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