Luftakrobaten in der Turnhalle

Der 14-jährige Nico Strebel aus Bäretswil hat seinen Titel als Schweizer Meister im Modellkunstflug gegen zwanzig Konkurrenten erfolgreich verteidigt.

Steuerte am präzisesten und landete so auf Platz 1: Schweizer Meister Nico Strebel.

Steuerte am präzisesten und landete so auf Platz 1: Schweizer Meister Nico Strebel. Bild: Hans Künzi

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Der Ablauf der Meisterschaften im Indoor-Modellkunstfliegen hält sich etwa an das Muster der Eiskunstläufer. «Mittels Pflicht- und Kürprogrammen werden die Schweizer Meister ermittelt, und in beiden Sportarten gehören Pirouetten dazu», sagt Wettkampfleiter Roger Strebel. In der Bäretswiler Mehrzweckhalle sah man am Wochenende aber nicht nur schnelle Drehungen an Ort. Zu bestaunen waren Modellflugzeuge, welche die verschiedensten Kunstflugfiguren – von Loopings über Rollen zu sogenannten Vrillen und Turns – vorführten.

Pflichtprogramm gelungen

Wie alle seine Mitkonkurrenten bestritt der alte und neue Schweizer Meister, der 14-jährige Nico Strebel aus Bäretswil, die Wettkämpfe mit einem nicht ganz einen Meter langen Modellflugzeug aus geschäumtem Kunststoff. Samt Elektromotor und Akku wiegen diese Flugzeuge kaum mehr als eine Tafel Schokolade.

Das Pflichtprogramm war Nico gut gelungen. Die vorgeschriebenen Figuren hatte er mit seinem Flugzeug präzis in die Luft gezeichnet. Die Loopings waren kreisrund, die Rollen regelmässig. Auch überzeugte er die vier Kampfrichter mit einem gleichmässigen Flug. Höhe und Geschwindigkeit waren beim Geradeausfliegen konstant, die Aufstiege schön gerade und die Sturzflüge genau senkrecht.

Die Kür zu Queen

Nachdem Nicos härtestem Konkurrenten bei der Kür ein Missgeschick passiert war – dessen Flugzeug hatte während des Flugs den Boden touchiert –, zeichnete sich bald einmal ab, dass Nico den Schweizer-Meister-Titel erneut erringen würde. Für seine Kür hatte sich Nico die Musik aus vier Stücken von Queen zusammengemischt. Angepasst an die gemächlichen Klänge liess er das Flugzeug knapp über dem Boden schweben. Beim Rhythmuswechsel der Musik überraschte er das Publikum mit schnellen Rollen, liess das Flugzeug vorbeibrausen und gewandte Bogen ziehen. Blitzschnell stieg es zur Decke empor, stand still in der Luft, um sich alsbald vielfach zu überschlagen und dann sicher zur Landung anzusetzen.

Schon früh talentiert

Bereits mit acht Jahren hatte Nico seine fliegerische Laufbahn begonnen. Drei Jahre später gehörte er schon zur Spit-ze der Modellflugzeugsportler in der Schweiz. Unter Anleitung seines Vaters Roger Strebel trainiert er mehrmals wöchentlich und verfeinert seine Steuerkünste mehr und mehr. Nico ist der Pilot, während sein Vater für das Technische zuständig ist.

Grundbegriffe der Physik kennt Nico auch, denn das ist von Vorteil beim Modellfliegen. Die Steuerung des Flugzeugs erfolgt über zwei Steuerknüppel. So benennen jedenfalls die alten Hasen unter den Modellfliegern diese Hebel an der Fernsteuerung. Der eine Knüppel gibt die Impulse für die Geschwindigkeit und zugleich für das Querruder, während mit dem zweiten Höhen- und Seitenruder bedient werden können. Bei den jüngeren Flugkünstlern werden die Steuerknüppel Joysticks genannt, denn mit solchen werden am Simulator die Flugkünste eingeübt.

Geduld ist gefragt

Zahlreiche gestandene Modellflugpiloten verfolgten die Meisterschaften von der Tribüne aus, staunten ob der präzisen oder gewagten Flugfiguren und beneideten die jungen Wettkämpfer um ihre Leistung. «Das rüttelfreie Geradeausfliegen ist am schwierigsten», hörte man sagen. «Das beherrschen die Jüngeren besser.» Und dies, obwohl sich erst nach geduldigem Üben allmählich eine Automation der Steuerung mit Daumen und Zeigefinger einstellt. Diese Geduld sei heutzutage nicht mehr jedem gegeben. Nico Strebel hat an diesem Wochenende jedoch bewiesen, wie weit man damit kommt.

Bereits mit acht Jahren hatte Nico seine fliegerische Laufbahn begonnen. Drei Jahre später gehörte er schon zur Spitze. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.03.2011, 23:51 Uhr

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