Spital Uster will ein Zweckverband bleiben und revidiert die Statuten

Das Spital Wetzikon will sich als AG organisieren. Nicht so das Spital Uster. Dieses wappnet sich für die künftigen Anforderungen mit einer Revision der Zweckverbands-Statuten.

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Die Spitallandschaft ist im Umbruch. Um für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet zu sein, wählen die beiden Oberländer Spitäler unterschiedliche Wege. Bei der Gesundheitsversorgung Zürcher Oberland (GZO) mit dem Spital Wetzikon als Zentrum sieht man in der gemeinnützigen Aktiengesellschaft die ideale Organisationsform. Anders beim Spital Uster. Das grösste Schwerpunktspital im Kanton soll weiterhin von einem Zweckverband getragen werden. Wenn auch mit angepassten Verbandsstatuten. Das teilte der Verwaltungsrat des Spitals Uster gestern mit. Die Statutenänderung, die von Verwaltungsrat und Delegiertenversammlung einstimmig angenommen wurde, muss nun noch von jeder einzelnen der 17 Verbandsgemeinden gutgeheissen werden. Edgar P. Hirt, Verwaltungsratspräsident des Spitals, hofft, dass die revidierten Statuten Mitte 2009 in Kraft treten können. «Wir haben auch andere Formen wie die der AG geprüft», sagt der Verwaltungsratspräsident zum Entscheid gegen eine AG. «Wir kamen aber zum Schluss, dass eine AG nicht viel bringt.» So habe man sich für die Fortführung des Zweckverbands entschieden.

Mehr Mitsprache, weniger Freiheit

Ein Vorteil des Zweckverbands gegenüber der AG sei die demokratische Mitsprache. «Als Zweckverband halten wir zweimal jährlich Delegiertenversammlungen ab und können Probleme daher rasch traktandieren. Bei einer AG hätten wir bloss die jährliche Generalversammlung», so Hirt weiter. Zudem seien gegenwärtig viele Leute gegenüber Privatisierungen sehr skeptisch. «Auch wenn eine gemischtwirtschaftliche Aktiengesellschaft keine Privatisierung bedeutet, nehmen wir die Ängste ernst.»

Dennoch habe auch der Zweckverband seine Nachteile, ist sich der Verwaltungsratspräsident bewusst. «So verbietet das Gesetz dem Zweckverband die Beteiligung an anderen Gesellschaften.» Uster dürfe zum Beispiel keine Einkaufsgemeinschaft mit anderen Spitälern bilden. «Das ist zwar schade, für uns aber kein unüberwindbares Problem», beschwichtigt Hirt. Dank eines Legats verfüge man über Mittel, trotzdem an solchen Gemeinschaften mitzumachen.

Die Statutenrevision bringt drei wesentliche Änderungen. Erstens betreffen die Statuten künftig nur noch das Spital Uster. Das Krankenheim Rotacher in Dietlikon (KRD), das auch zum Zweckverband gehört, wird ausgegliedert. Die Führung beider Betriebe durch die gleiche Trägerschaft hat sich laut Hirt in den letzten Jahren nicht bewährt. Für das KRD bleiben die bisherigen Verbandsstatuten so lange gültig, bis eine neue Trägerschaft gefunden ist. Zweitens wird die demokratische Mitsprache der Stimmberechtigten in den Verbandsgemeinden ausgebaut. Dank des neuen Initiativrechts können 1000 Stimmberechtigte eine Urnenabstimmung zu Verbandsangelegenheiten verlangen. Schliesslich verfügt die Ustermer Spitalleitung neu über höhere Finanzkompetenzen als heute. Konnte der Verwaltungsrat bislang einmalige Ausgaben bis zu einer Höhe von 750'000 Franken selber beschliessen, liegt diese Grenze künftig bei 1,6 Millionen Franken.

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Erstellt: 13.11.2008, 20:53 Uhr

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