Swisscom und Co. rekurrieren gegen Bauordnung

Mit neuen Bestimmungen verunmöglicht die Stadt Illnau-Effretikon praktisch den Bau von Mobilfunkantennen auf Hausdächern.

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Im Juni segnete der Grosse Gemeinderat die teilrevidierte Bau- und Zonenordnung ab – nun muss sich die Baurekurskommission mit dem Papier befassen. Die drei grossen Mobilfunkanbieter wehren sich dagegen, dass künftig der Bau von Anlagen auf Dächern faktisch verunmöglicht werden sollte. Denn laut Bau- und Zonenordnung sind «keine dauerhaften, sichtbaren, technischen Anlagen zulässig, welche die Dachfläche um mehr als einen Meter überragen und nicht ausschliesslich dem Betrieb des Gebäudes dienen». Für die Swisscom ist diese Bestimmung klar unrechtmässig. «Schliesslich sind unsere Anlagen in der Regel über einen Meter hoch», sagt Mediensprecher Jürg Studerus.

Argumente entkräftet

Es komme immer häufiger vor, dass Kommunen neue Antennen mittels ihrer Bau- und Zonenordnung zu verhindern versuchten, so Studerus. Dass die Gemeinden und Städte dieses Vorgehen mit einer möglichen Gefährdung der Gesundheit durch die Strahlung begründen, lässt er nicht gelten. Dieses Argument sei auf Ebene Bundesgericht ganz klar entkräftet worden. «Mobilfunkantennen sind Teil der Siedlungsinfrastruktur und gehören dort hin, wo sie auch genützt werden», hält Studerus fest. Dies auch deshalb, weil die Strahlung des Handy abnehme, je näher der Benutzer bei einer Antenne sei.

Auf Ängste reagiert

Der Illnau-Effretiker Hochbauvorstand Reinhard Fürst (SVP) kann aus wirtschaftlicher Sicht verstehen, dass die Mobilfunkanbieter gegen die Bau- und Zonenordnung rekurrieren. Doch jedes Baugesuch für Antennen löse in der Bevölkerung neue Ängste aus. Und darauf habe man reagiert, sagt Fürst. In der Vergangenheit hatten Mobilfunkanbieter erfolgreich gegen ablehnende Entscheide des Stadtrats zu entsprechenden Baugesuchen rekurriert. Nun hofft der Hochbauvorstand ein geeignetes Steuerungsinstrument gefunden zu haben. Dass damit auch mögliche technologische Erneuerungen im Mobilfunk innerhalb der Stadtgrenze verunmöglicht werden, ist sich Fürst bewusst. Doch nun gelte es erst einmal, Erfahrungen zu sammeln. «Und wohin die Entwicklung geht, kann ohnehin niemand voraussagen.»

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Erstellt: 26.09.2010, 20:58 Uhr

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