Vision Stadtbahn wird salonfähig

Die Gemeinden wollen eine Nahverkehrsbahn von Fehraltorf über Wetzikon nach Hinwil in den Richtplan eintragen.

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Das Oberland wächst seit Jahren überdurchschnittlich stark. Damit verschärfen sich aber auch die Verkehrsprobleme. Nun hat ein Projekt, das dem Abhilfe schaffen würde, die erste Hürde genommen: Die in der Region Zürcher Oberland (RZO) zusammengeschlossenen 21 Gemeinden haben die Stadtbahn einstimmig in ihr regionales Gesamtverkehrskonzept aufgenommen.

Die Stadtbahn wäre als Bahn mit leichten Wagen konzipiert und verkehrt auf den bestehenden Geleisen zwischen Fehraltorf und Hinwil. Sie würde neben den heutigen zum Teil abseits der Wohn- und Arbeitsplatz-Zentren liegenden Bahnhöfen, zusätzliche Haltestellen bedienen. So schlug es der Pfäffiker Verkehrsplaner Heinz Meier 2007 vor. Meier dachte unter anderem an neue Stationen im Industriegebiet von Fehraltorf, in Witzberg, Irgenhausen und Auslikon (Pfäffikon), in Oberwetzikon, im Industriegebiet Wässeri und in der Wihalde in Hinwil.

Kantonalen Richtplan im Visier

«Uns ist die Vision Stadtbahn wichtig», sagt RZO-Präsident Urs Fischer (FDP). Der Wetziker Gemeindepräsident visiert bereits das nächste Ziel an: «Jetzt muss der Eintrag in den kantonalen Richtplan folgen.» Eine solche Festlegung ist wichtig. «Genau so begann die Verlängerung der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn von der Selnau zum Hauptbahnhof», erinnert sich der Verkehrsplaner Paul Stopper aus Uster.

Von einer Stadtbahn könnten vor allem Wetzikon und Hinwil profitieren. Hinwil hat die beiden neuen Haltestellen im Industriegebiet und im Oberdorf denn auch in den Masterplan Verkehr aufgenommen. Der Wetziker Gemeinderat prüfte unter dem Druck einer Initiative der Grünen die Machbarkeit einer zusätzlichen Haltestelle für die S 3 in Oberwetzikon. Dafür hatte die Gemeindeversammlung 175'000 Franken bewilligt. Das Resultat ist wenig ermutigend. «Im S-Bahn-Betrieb ist die Haltestelle nicht möglich», sagt Gemeindepräsident Fischer – «aus fahrplantechnischen Gründen und weil die Station zu nahe zur Station Kempten zu liegen käme.» Als Stadtbahnstation käme sie hingegen sehr wohl in Frage.

Zustimmung trotz Skepsis

Auch Fehraltorf und Pfäffikon haben der Aufnahme der Stadtbahn ins Gesamtverkehrskonzept zugestimmt – trotz Skepsis. Das Einzugsgebiet sei zu kleinräumig, moniert Wilfried Ott (SVP), Gemeindepräsident in Fehraltorf. Das Industriegebiet sei mit zwei Bushaltestellen bereits gut erschlossen. Vor allem aber löse die Stadtbahn die Fehraltorfer Verkehrsprobleme nicht. «Unsere Verkehrsströme fliessen anders. Wir brauchen bessere Querverbindungen vom Tösstal ins Kempttal und weiter nach Uster und Volketswil.» Der Pfäffiker Gemeindeschreiber Hanspeter Thoma betont, die Stadtbahn sei ein langfristiges Projekt. Pfäffikon wünsche aber rasch Verbesserungen. «Wir möchten Auslikon schnell mit dem Bus erschliessen.»

Fischer spricht von einem Realisierungshorizont von 30 Jahren. Sie möchten, dass die Stadtbahn ins Agglomerationsprogramm aufgenommen und damit vom Bund mitfinanziert wird. Darüber werde die RZO aber erst noch diskutieren. Auch müsste das Vorhaben bezüglich Linienführung, Fahrplan und Kosten konkretisiert werden.

Zug als gutes Beispiel

Wie schnell eine Stadtbahn unter günstigen Umständen realisierbar ist, machte der Kanton Zug vor. Das Projekt für leichte Nahverkehrszüge auf den bestehenden SBB-Geleisen und elf neue Haltestellen wurde 1996 lanciert; 2004 nahm die Bahn den Betrieb auf. Zug sei ein sehr gutes Beispiel, sagt Verkehrsplaner Paul Stopper und betont: «Im Kanton Zürich ist nach der Glattalbahn jetzt das Oberland an der Reihe.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.02.2011, 23:31 Uhr

Oberland im Planungsfieber

Das Zürcher Oberland ist in verschiedene Planungen involviert. Bis 15. April liegt der überarbeitete kantonale Richtplan in den Gemeinden auf. Die 21 Gemeinden der Region Zürcher Oberland (RZO) wollen ihn in ihrem Sinn verbessern. Daneben vertieft die RZO ein regionales Raumordnungskonzept (ROK), das sich im Richtplan niederschlagen soll. Das ROK bildet zusammen mit dem regionalen Gesamtverkehrskonzept eine wichtige Grundlage für die Enwicklung des Oberlands. Die RZO bemüht sich zudem mit verschiedenen Projekten, via Kanton ins Agglomerationsprogramm des Bundes aufgenommen zu werden, um von Investitionsbeiträgen aus dem milliardenschweren Infrastrukturfonds zu profitieren. (was)

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